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der möglichen Kombinationen um 6 neue; denn es kann B sowohl aus A als C, C sowohl aus A als B geschöpft haben usw. Die Verwandtschaftsverhaltnisse werden graphisch durch die folgenden Figuren dargestellt:

285. 3. Als Kriterien für die Bestimmung des Abhangigkeitsverhaltnisses im einzelnen sind dieselben, die wir bereits oben n. 282 f bei der Untersuchung über zwei Quellen in Erwagung zogen, zu berücksichtigen. Dazu treten noch folgende Regeln:

1) Weisen von drei verwandten Quellen zwei mehr Übereinstimmungen mit der driften, weniger untereinander auf, so haben jene beiden aus der driften geschöpft.

2) Weisen von drei verwandten Quellen zwei durchgehends dieselben Abweichungen von der driften auf, so ist die eine die Vorlage der andern und zugleich Mittelglied zwischen dieser und der driften.

3) AuBerdem ist eine direkte Abhangigkeit der zwei abgeleiteten Quellen (2? und C) dann anzunehmen, wenn B und C starke Obereinstimmungen untereinander gegenüber A (der angenommenen Urquelle) aufweisen, andrerseits B (C) starke Übereinstimmungen mit A gegenüber C (B) hat So müssen wir z. B. zwischen Matthaeus Graecus und Marais, die beide den Matthaeus Aramaeus benützt haben, noch eine besondere Beziehung annehmen, da sich Mathaeus Graecus auch direkt von Marcus abhangig erweist.

286. 3. Mehr ais drei Quellen. Je mehr Quellen voriiegen, deren gegenseitige Verwandtschaft erkannt ist desto zahlreicher sind die Mögh'chkeiten der Art ihrer Verwandtschaft. Das Verfahren, das im Konkreten die Verwandschaftsverhaltnisse aufdecken soll, ist auch hier stets das analytische. Die Gesamtuntersuchung muB sich in verschiedene E i n zei untersuchungen auflösen und zunachst zwei oder drei Quellen ins Auge fassen. Dieses Verfahren genügt aber vollstandig, um auch noch so komph'zierte Verhaltnisse der Verwandtschaft, wie sie uns namentlich in der Überlieferung der Handschriften entgegentreten, aufzudecken.

287. 4. verlorene Quellen. Der Quellenanalyse gelingt es bei der Zerlegung und Vergleichung verwandter Quellen oft auch, die frühere Existenz und Eigenart jetzt verlorener Quellen nachzuweisen, welche für die noch vorhandenen die Urquellen waren oder Mittelglieder bildeten. So kann man aus Übereinstimmungen spaterer oder noch bestehender Zustande, Gewohnheiten, Einrichrungen auf die zugrunde liegende Urform dieser Zustande, Gewohnheiten, Einrichtungen schlieBen. Manche Quellen der mündlichen Tradition, wie Sage, Lied, historische Sprichwörter kann man aus den verschiedenen Formen der schriftlich

Feder, Hist Methodik. 7

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