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gute Beobachtung nötige Verhaltnis zwischen der Erkennbarkeit des Gegenstandes und der Erkenntnisfahigkeit der Sinne gewahrt blieb. Es war etwa der Zeuge dem Gegenstand der Beobachtung sehr nahe gerückt; er befand sich auf dem Schauplatz des Vorganges selbst; ein Stabsoffizier z. B. konnte von einer nahen Höhe aus mit einem guten Fernrohr den Verlauf eines Treffens ungestört beobachten; das auBere Geschehen konnte mit einer einzigen sinnlichen Wahrnehmung erschöpft werden, wie etwa das Einschlagen einer Granate in eine Menschenmasse.

372. 3) Wir können ferner haufig leicht die GewiBheit erlangen, daB das Medium zwischen Sinnesorgan und historischem Objekt für die Beobachtung besonders günstig war. Das Ereignis hatte bei vollem Tageslicht, in einem heil erleuchteten Raum statt, es herrschte zur Zeit des Vorganges groBe Ruhe und dgl.

4) Weiterhin erkennen wir oft aus der Natur des Ereignisses, daB es die Aufmerksamkeit des Beobachters notwendig auf sich zog. Der Vorgang war ein ganz off en kundiger, der allgemeines Interesse erweckte, vielleicht eine auBergewöhnliche Wichtigkeit besaB und bei dem Zeugen einen tiefern Eindruck freudiger oder trauriger Natur hervorrufen muBte; unter derlei Umstanden wird namlich auch nicht ein einzelner Zeuge leicht das Opfer einer Sinnest&uschung. Solche Falie sind z. B. das Auftreten, die Reden und Wunder des Messias, der Einzug eines Fürsten, die Ermordung eines Menschen auf off ener StraBe, die öffentliche plötzliche Heilung eines Kranken (Lourdes). In vielen Fallen ferner, wo eine Tatsache nur ihrer Substanz nach ohne nahere Merkmale beriehtet wird, dürfen wir ohne weitere Untersuchung die für eine solche Beobachtung erforderte geringe Aufmerksamkeit mit Sicherheit voraussetzen, so z. B. bei Berichten über die Existenz eines Menschen, einer Stadt, eines Oebrauches im allgemeinen.

5) In ahnlicher Weise können wir durch die eigene oder fremde Erfahrung in zahlreichen Fallen die GewiBheit gewinnen, daB der Zeuge sich einer normalen gesunden Vorstellungsfahigkeit erfreut, daB zur Zeit der Beobachtung eine ungewöhnliche Erregung oder Ubermüdung bei ihm nicht vorhanden war, daB er im allgemeinen eine geregelte Herrschaft über seine Phantasie bekundet. Neigt aber jemand zu Halluzinationen oder lllusionen, so ist dieser anormale Zustand für gewöhnlich der Umgebung und weiteren Kreisen bekannt und darum der Nachforschung leicht zuganglich.

373. 2. Synthese und Innere Reproduktion. 1. Wir können nicht Seiten

uns wieder vergewissern, ob ein Berichterstatter im allgemeinen über einen klaren Verstand, der seine Wahrnehmungen auch einwandfrei zu zergliedern und ihren Inhalt innerlich logisch und kausal zu ordnen weiB, sowie über ein getreues Gedachtnis verfügt und ob er in seinen Urteilen und in seinem ganzen Denken sich durch Besonnenheit und Freiheit von Vorurteilen und ungeregelten Gefühlen oder Stimmungen auszeichnet so daB seine Stellungnahme gegenüber der wahrgenommenen Tatsache als eine objektive zu bezeichnen ist

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