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der Tatsache selbst. Wir müssen also die Olaubwürdigkeit, d. h. das Wissen und die Wahrhaftigkeit bzw die Wahraussage jedes einzelnen Zeugen im Konkreten feststellen.

Die Natur der Sache und die Kompliziertheit des Verfahrens werden von selbst raten, von dieser Untersuchung abzusehen, sobald die Zeugenreihe zu groB und daher nicht in allen Gliedern faBbar ist und vor allem wenn die Tatsachlichkeit der berichteten Fakta aus dem Erganzungswert anderer Quellen sich bestimmen laBt

384. 2. Bei der Aufstellung der Kriterien, die uns haufig OewiBheit über die Olaubwürdigkeit der Mittelspersonen verschaffen, unterscheiden wir den Fall, wo nur ein oder nur ganz wenige Zeugen, und den Fall, wo eine gröBere Anzahl von Zeugen das Zeugnis überliefern.

1) Haufiger haben wir von einem mittelbaren Zeugen auf Grund seiner ganzen Veranlagung und seines Charakters die GewiBheit, daB er nicht dem ersten besten unmittelbaren Gewahrsmann blindlings vertraut, sondern daB er bei berechtigten Zweifeln einen derartigen Bericht auf seine Glaubwürdigkeit hin prüft

Ist uns der Charakter des mittelbaren Zeugen nicht bekannt so vermittelt oft die kritische Untersuchung des Verhaltnisses zwischen Zeugen und berichteter Tatsache die GewiBheit seiner Glaubwürdigkeit; der ProzeB der Untersuchung ist derselbe wie der bereits oben hinsichtlich des unmittelbaren Zeugen gekennzeichnete. Als besondere Kriterien können bezüglich der schriftlichen Berichte noch angeführt werden die Art und Weise, wie der unmittelbare Zeuge sich primire Quellen zu verschaffen sucht, der Grad des kritischen BewuBtseins, mit dem er dieselben benützt, die Sorgfalt mit der er die mündlichen Berichte solcher Gewahrsmanner prüft, deren Erinnerung noch in die Jahre der überlieferten Ereignisse hinaufreicht

Kennen wir übrigens die Glaubwürdigkeit des unmittelbaren Berichterstatters bereits auf andere Weise, so ist nur mehr die Aufrichtigkeit des mittelbaren Zeugen bzw seine wahrheitsgetreue Wiedergabe des Berichtes des unmittelbaren Zeugen und das rechte Verstandnis des ihm Überlieferten festzustellen.

2) Ist eine gröBere Anzahl von mittelbaren Zeugen vorhanden, so hat sich der gleiche ProzeB, der bei einer Mittelsperson stattfindet, so oft zu wiederholen, als mittelbare Zeugen vorhanden sind. Treffen dann auf jede Mittelsperson die verlangten Bedingungen zu, so ist das Zeugnis glaubwürdig.

385. NB. 1. Auf den Einwurf von PSdeLaplace (Phüosophischer Versuch über die WahrscheinlichkeU, nach der 6. Aufl. ubers. von NSchwaiger 1886, 109f), daB mit jedem neuen mittelbaren Bericht die Zuverlassigkeit der historischen Tatsachen unablassig abgeschwacht werde, indem jede neue Mittelsperson nur einen Bruchteil der Zuverlassigkeit des vorhergehenden Zeugen besHze und folgerichtig nach einer langern . Zeugenreihe der Bruchteil der Zuverlassigkeit dergestalt klein werde, daB er schlieBlich vernachlassigt werden dürfe, ist Folgendes zu antworten: Zunachst ist es unrichtig, daB die Zuverlassigkeit eines Berichtes durch den Übergang auf einen mittelbaren

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