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die innere Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit keinen sichern Beweis für die Tatsachlichkeit eines historischen Faktums bieten. Verkehrt ware es z. B., aus der innern Möglichkeit oder selbst Wahrscheinlichkeit ohne positive Zeugnisse auf den apostolischen Ursprung einer einzelnen Kirche mit Sicherheit schlieBen zu wollen.

Eine weitausgedehnte Anwendung findet das argumentum a priori auch bei der Aufstellung oder bei der Zurückweisung von Konjekturen und Hypothesen (vgl oben n. 183 ff). Man gibt sich z. B. Rechenschaft darüber, wie wohl gewisse Persönlichkeiten unter diesen oder jenen Umstanden gehandelt haben würden und das mögliche oder wahrscheinliche Ergebnis der Konjektur bzw Hypothese sucht man dann mit anderen sicheren Zeugnissen oder Indizien zu vergleichen. Stimmt das Ergebnis 'mit diesen überein, so ist die aufgestellte Konjektur bzw Hypothese mittels des argumentum a priori bewahrheitet. Umgekehrt laBt sich auf ahnliche Weise haufiger eine Konjektur bzw Hypothese zerstören.

3. Unter den metaphysischen Prinzipien, die beim argumentum a priori in Frage kommen, sind von besonderer Wichtigkeit das Prinzip des Widerspruchs und das Kausalitatsprinzip. Für den nahern Begriff der Naturgcsetze verweisen wir auf die Kosmologie, für den Begriff und die Arten der moralischen Qesetze auf das früher unter n. 194 ff Oesagte.

1. Die innere Möglichkeit.

389. Die Kritik der innern Möglichkeit hat stets dann ihre Berechtigung, wenn sich wegen des auffallenden Charakters der berichteten Tatsachen oder wegen der unsichern Bezeugung ein ernster Zweifel an der Echtheit oder Zuverlassigkeit des Zeugnisses erhebt. Auch Wunderberichte nehmen in dieser Beziehung keine Ausnahmestellung ein. Ja das Wunder tragt auch für den glaubigen Forscher vor der kritischen Untersuchung eine gewisse Unwahrscheinlichkeit in sich.

1. Die innere Möglichkeit und die metaphysische OewiBheit. In historischen

Berichten treten uns manchmal Momente entgegen, die einen absoluten Widerspruch in sich enthalten, etwa dem Identitatsprinzip oder dem Kausalitatsprinzip direkt entgegen sind. Es wird z. B. an einer Stelle behauptet, daB eine gewisse Handlung geschehen sei oder ein gewisses Wort getallen sei, an einer andern Stelle wird aber die Handlung bzw das Wort in Abrede gestellt; es tritt jemand bald als Sohn einer andern Person, bald als deren Bruder auf; einmal wird eine Auszeichnung als Lohn für eine ruhmvolle Tat hingestellt, das andere Mal aber die ruhmvolle Tat als Wirkung der Auszeichnung beschrieben. Bei solchen Widersprüchen, wie sie namentlich bei zerstreuten, flüchtigen, im folgerichtigen Denken und in sprachlicher Darstellung wenig geübten Berichterstattern vorkommen, hat der Kritiker sich vor allem zu vergewissern, ob die Widersprüche sich auf die Substanz der berichteten jiaupttatsachen oder auf Nebenumstande beziehen. Ist nur letzteres der Fall, so kann die Tatsache, wenn anders der Bericht sehr glaubwürdig ist, als zuverlassig angenommen werden. Eine nahere Zergliederung des Berichtes in seine Einzelheiten deckt auch leicht die Ursachen des Widerspruches auf. Besonders gilt hier in etwas anderm Sinne das Prinzip: Distingue tempora et toncordabunt iura.

390. 2. Die innere Möglichkeit und die physische OewiBheit. 1. Öfters werden

durch ein Zeugnis Tatsachen berichtet, welche mit den Naturgesetzen

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