Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

in Widerspruch stehen oder zu stehen scheinen. Im allgemeinen sind derartige Zeugnisse, wenn ihre Zuverlassigkeit nicht klar zu Tage tritt, zu verwerfen; denn wunderbare Tatsachen bilden eine Ausnahme und ihre Existenz ist nicht ohne sichere Beweisgründe vorauszusetzen. LaBt sich aber anderweitig eine Wahrscheinlichkeit für den wunderbaren Vorgang erweisen, so erhalten selbst nicht ganz zuverlassige Zeugnisse über solche Vorgange auf diese Weise eine neue Wahrscheinlichkeit für sich. Ist hingegen die Zuverlassigkeit eines Zeugnisses über allen Zweifel erhaben, so muB der Kritiker auch den wunderbaren Vorgang annehmen; denn die volle Zuverlassigkeit eines Zeugnisses schlieBt ja die ganze Wahrheit des Zeugnisinhaltes in sich.

391. 2. In dieser Zustimmung liegt auch kein Widerspruch; denn wenngleich solche Vorgange in sich den Naturgesetzen widerstreiten, so sind sie doch absolut möglich und für uns erkennbar, wie ausführlicher die Theodicee bzw die Offenbarung lehren. Hier sei nur auf einige Hauptmomente dieser doppelten Wahrheit in aller Kürze hingewiesen.

Unter wunderbaren Vorgüngen verstehen wir sinnfallige ungewöhnliche Ereignisse, welche die Krlfte der Natur übersteigen; sie haben entweder Gott zum direkten oder wenigstens moralischen Urheber und sind dann Wunder im eigentlichen Sinne oder sie haben unter Zulassung Gottes die bösen Geister zu Urhebern und sind dann damomsche Wunder.

1) Beide Arten von Wundern sind möglich. Die Wunder im ei«ntlichen Sinne widersprechen namlich weder der Allmacht Gottes, die von Ewiekeit her das Wunder in ihren Weltenplan aufgenommen hat, noch der Weisheit Gottes, wefcfcé durch die Wunder in sichtbarer Weise ihre unbeschrankte Herrschaft und ihre besondere Leitung der Menschen offenbaren will- sie werden auch nicht durch die Naturgesetze unmöglich gemacht, da diesé nur eine bedingte Notwendigkeit besitzen und Gott bei einem Wunder nicht die Natur der Körper andert, sondern nur die ihrer Natur entsprechenden Wirkungen aufhebt. Die Möglichkeit der damonischen Wunder aber, die ihrem Belriffe nach zwar die Krafte der auBern Natur, nicht aber die Krafte der gesdiaffenen geistigen Natur übersteigen, muB zugegeben werden wenn sie nicht der Weisheit Oottes widerstreiten. Dies ist aber nicht der Fall, da Ooft zur Prüfung der Guten und zur Strafe der Bösen den Damonen die Ausübung der zu jenen damonischen Wundern nötigen Macht zugestehen kann.

392 2) Andrerseits steht die Erkennbarkeit des Wunders für uns fest wenn wir sowohl die Tatsache des Wunders in dem einen oder andern Sinn oder seine historische Wahrheit als auch den Wundercharakter oder die philosophische Wahrheit des Wunders als auch den gotthchen bzw den damonischen Charakter des Wunders oder seine theologische Wahrheit feststellen können. Da das Wunder namlich ein sinntalliges Ereignis ist, so konnen wir zunachst seine historische Wahrheit mit denselben Mitteln erkennen, wie bei jedem andern historischen Vorgang, und dies oft leichter, da das Auffalhge des Wunders ia die Aufmerksamkeit der Menschen in erhöhtem MaBe auf sich zieht. Aus der Natur der wunderbaren Tatsache ist es aber moghch, zu ersehen, ob dieselbe die natürlichen Krafte bloB der smnfalligen Natur oder auch der geistigen Natur übersteigt. So überragt z. B. die plotzliche Heilung mancher Krankheiten oder das Schweben eines festen Korpers in der Luft ohne jede natürliche Stütze die Krafte der sichtbaren Natur, die Auferwekkung eines Toten oder die gleichzeitige Anwesenhert eines Menschen an mehreren Orten hingegen auch die Krafte der damonischen Natur. SchlieBlich

Sluiten