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unwahrhaftig isi „Qenau genommen, ist es aber nicht die Wahrhaftigkeit, welche dem Zeugen in der Vereinzelung abgeht und in der Verbindung mit andern erst erwachst; er kann in der verbindung ebenso lügenhaft bleiben, als er es ffir sich war, aber die Erkenntnis seiner Wahrhaftigkeit wird uns erst durch die Verbindung mit anderen Zeugen möglich. . . . Denn wenn er loge, so könnte er . . . nicht mit allen übrigen übereinstimmen".

410. 3. Einige Regeln für übereinstimmende formelle Zeugnisse:

1) Aus den angeführten Grimden können auch nicht völlig bewertete Quellen, auch der mündlichen Tradition, uns GewiBheit verschaffen, wenn sie untereinander übereinstimmen. Der Kritiker hat freilich unter allen Umstanden die Unabhangigkeit der Quellen darzutun, da auf dieser Unabhangigkeit ja die eigentliche Beweiskraft beruht.

2) Wird eine Tatsache nur von einem unmittelbaren Zeugen, dessen Glaubwürdigkeit nicht völlig erwiesen ist, berichtet, aber von mehreren mittelbaren glaubwürdigen Zeugen angenommen, so wird durch die übereinstimmende Annahme der mittelbaren Zeugen die Autoritat des unmittelbaren Zeugen zur vollen GewiBheit erhöht

3) Je zahlreicher die unabhingigen Berichterstatter sind, desto gröBere Sicherheit kommt dem identischen Inhalt der Berichte zu, weil die Möglichkeit zufalliger Irrtümer durch jene Übereinstimmung immer mehr ausgeschlossen wird.

4) Abweichungen in unwesentlichen Punkten dürfen nicht das Hauptresultat ins Schwanken bringen, weil sie auf der zufalligen Verschiedenheit der Beobachtung, der Auffassung, der Wiedergabe der Tatsache beruhen können.

5) Es ereignet sich auch leicht der Fall, daB die Übereinstimmung von mittelbaren glaubwürdigen Zeugen, welche durch spatere Beobachtung das unmittelbare Zeugnis in einigen Punkten erganzen können, uns betreff der eigentlichen Tatsache eine Sicherheit vermittelt, welche das Zeugnis der unmittelbaren Zeugen nicht geben konnte.

411. 3. Übereinstimmung von formellen Zeugnissen mit Überresten. 1. Wir

betrachten zunachst den Fall, wo formelle Zeugnisse durch Überreste kontrolliert werden. In diesem Falie erhalten sicher zuverlassige Zeugnisse leicht einen solchen Grad der Sicherheit, daB jeder vernünftige Zweifel an der Wirklichkeit der Tatsache völlig ausgeschlossen wird. Nicht seiten wird durch den Erganzungswert des Zeugnisses der Überreste auch dem Berichte von unzuverlassigen oder zweifelhaften Zeugnissen eine Sicherheit geboten, wie sie selbst gut verbürgten formellen Zeugnissen sonst kaum zukommt Von gröBter Bedeutung ist das Hinzutreten von Überresten als eines Ergangzungszeugnisses, wenn nur ein einziges und dazu nicht einwandfreies formelles Zeugnis vorliegt. Dies ist gewöhnlich bei der alten rein mündlichen Tradition der Fall, die ja in sich allein als ein ziemlich unsicherer Faktor anzusehen ist Werden aber die Zeugnisse einer solchen mündlichen Tradition durch Überreste wie Inschriften, Münzen, Urkunden bestatigt, so dürfen und müssen wir die Tradition für zuverlassig halten wenigstens insoweit als sie in den Überresten ihre Bestütigung findet Auf

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