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logisch en und sprachlich-syntaktischen Gesetzen und fügt sie in seiner Darstellung zu einer geistigen Einheit zusammen, welche ja die notwendige Voraussetzung jeder einzelnen geordneten und anderen verstandlichen Mitteilung ist. Die Art der Interpretation, welche diese logische Verbindung und Einheit der Gedanken aus dem Text herausschalt, nennen wir die logische Interpretation.

424. 4. Jeder Berichterstatter gibt die Mitteilung, so wie er dieselbe nach allgemeingfiltigen psychologischen Gesetzen und nach seiner persönlichen Auffassung in seinem Innern aufgebaut hat. Die individuelle Auffassung wird wieder bedingt durch die Eigenart des Autors, seine Herkunft, seinen Stand, seine persönliche Anlage, seine Bildung, die Einflösse seiner geistigen Umgebung. Die Interpretation, welche diesem psychologischen Standpunkt gerecht zu werden sucht, heiBt die psychologische Interpretation'.

5. SchlieBlich soll der Bericht uns auch ein objektiv getreues Bild der berichteten historischen Tatsachen bieten. Zur Vollstandigkeit dieses Bildes gehort vor allem, daB wir den Zusammenhang der Tatsachen mit ihren Ursachen und Wirkungen erkennen. Die Erklarung des realen Sachverhaltes und des objektiven Zusammenhanges der Tatsachen nennen wir die sachlich-historische Interpretation. Durch diese wird freilich weniger das Zeugnis als die berichtete Tatsache interpretiert

Zweites Kapitel. Die auBere Kombination.

425. Lit: Bernheim 549—561; ders., Einleitung 133 f; L Fonck, Wissenschaftliches Arbeiten2 174—178, 241—244.

1. Die auBere Anordnung der durch die Zeugnisse uns gebotenen Tatsachen geschieht am einfachsten nach den Umstanden der Zeit und des Ortes und nach der Materie bzw dem engern Thema, dem sie angehören. Wir bestimmen, an welcher Stelle in der zeitlichen oder raumlichen Reihe der bekannten Tatsachen der jeweilige Zeugnisinhalt anzusetzen ist oder, falls dies nicht möglich ist, innerhalb welcher Zeit- oder Ortsgrenzen die fragliche Tatsache sich ereignet hat. Die Verknfipfung zweier Tatsachen ist gewöhnlich noch einfach. Verwikkelter liegen die Falie, wo mehrere Tatsachen miteinander verknfipft werden müssen. Hier bedarf es oft der genauen Kenntnis verwandter analoger Falie und einer gewissen Gabe für glückliche Hypothesen, um den richtigen SchluB ziehen zu können. Ist die Einreihung der Tatsachen nicht mit Sicherheit zu erreichen, so begnügen wir uns im günstigsten Falie mit einem wissehschaftlich begründeten Grad von Wahrscheinlichkeit Nach Zeit und Ort geordnete Sammlungen historischer Tatsachen besitzen wir in zahlreichen Annalen und Regesten aiterer und neuerer Zeit (vgl oben n. 152), in manchen Itineraren (z. B. römischer Kaiser).

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