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2. Was die Ordnung nach Stoffen betrifft, so bieten die Systeme der einzelnen Wissenschaften meist die entsprechenden Kategorien, unter welche die berichteten Tatsachen am zweckmaBigsten éinzureihen sind, so die einzelnen Facher der Theologie, der Philosophie, die Rechtswissenschaft, die Kulturgeschichte usw.

426. Beispiel für die zeitliche Anordnung von berichteten Tatsachen aus der Oeschichte des Konzils von Konstantinopel 381 (die positiven Angaben finden sich bei Qregor. Naz., Carmen de vita sua MSO 37, 1134 sqq; Sokrat., h. e. 5, 8; Sozom., h. e. 7, 7 sq; Theod., h. e. 5, 8; in den Akten des Konzils bei Mansi 3, 557). Das Konzil war im Mai des Jahres 381 zusammengetreten. Die Teilnehmer gehörten meist dem Ostreiche an, doch waren auch aus dem Westreiche Bischöfe Apyptens und Makedoniens eingeladen worden, die aber voferst nicht erschienen. Den Vorsitz auf dem Konzil führte zunachst Meletios von Antiocheia; doch schied dieser bereits nach kurzer Zeit aus dem Leben. An seine Stelle trat nun Oregorios von Nazianzos, der seit 379 als Bistumsverweser in Konstantinopel weilte und kurz nach Éröffnung des Konals zum definitiven Bischof der Hauptstadt bestellt worden war. Durch seinen Vorschlag, PauUnos von Antiocheia, den Qegenbischof des Meletios, als rechtmaBigen Bischof anzuerkennen, gab er AnlaB zu heftigen Debatten und zog sich die Oegnerschaft vieler zu. Verbittert über diese Wendung und von einer Krankheit heimgesucht, blieb er öfters den Sitzungen fern. Aus dieser Zeit der Krankheit stammt auch sein Testament, welches das Datum des 31. Mai tragt (vgl MSO 37, 389). Der auf dem Konzil entbrannte Streit verscharfte sich noch, als die bisher nicht erschienenen Bischöfe Makedoniens und Agyptens, darunter auch der Bischof von Oxyrinchos, in der Hauptstadt eintrafen. Oregorios erbat und erhielt vom Kaiser Theodosios seine Entlassung und kehrte nach einer vor dem versammelten Konzil gehaltenen glanzenden Abschiedsrede in seine Heimat zurück. Zu seinem Nachfolger war inzwischen der Prator Nektarios von Torsos gewahlt worden, trotzdem er noch nicht getauft war. Vom Klerus und Volk bestatigt, erhielt èr die Taufe und die Weihe. DaB letztere vor den 9. Juli, den Tag der Unterzeichnung der Kanones, fiel, folgt daraus, daB diese nach der Wahl des Nektarios und unter seinem Vorsitz redigiert wurden; denn, wie wir aus der Liste der Unterschriften entnehmen, hat Nektarios auch noch eine Zeit lang auf dem Konzil den Vorsitz geführt. Um den 9. Juli oder kurz nachher muB dann die Synode ihre Sitzungen geschlossen haben, sicher aber vor dem 30. Juli; denn ein an diesem Tage erlassenes Edikt des Kaisers über die Rückgabe der Kirchen an die Orthodoxen setzt die Beendigung des Konzils voraus (Cod. Theod. 16, 1, 3).

Soweit die durch die Quellen gebotenen Daten. Durch Vergleich mit erhaltènen Zeugnissen über die Schnelligkeit des Verkehrs im Altertum können wir nun ungefahr die Zeit berechnen, die zwischen der zweiten Berufung der agyprischen Bischöfe und ihrer Ankunft in Konstantinopel verstreichen muBte. Die Entferung zwischen K. und Alexandrien betrug zur See ungefahr 1400 km. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von etwa 222 km im Tag, wie sie schnelleren Schiften eigen, war, konnte diese Reise ohne Mitberechnung der Aufenthaltszeiten in anderen Hafen in 6—7 Tagen zurückgelegt werden. Für die Reise von Alexandrien nach Oxyrinchos, dessen Bischof auch geladen wurde, brauchte die Staatspost bei einer Enffernung von 200 km etwa einen Tag. Somit konnte die Ankunft der agyptischen Bischöfe in Konstantinopel, einschheBlich des Bischofs von Oxyrinchos, selbst unter der Voraussetzung besonderer Fahrgelegenheit kaum vor drei Wochen nach ErlaB der zweiten Emladung erfolgen. Bedenken wir ferner, daB zwischen dem Entlassungsgesuch des Oregorios und der Wahl des Nektarios einerseits und zwischen dieser Wahl und der Bischofs weihe des Neugewahlten andrerseits offenbar ein Zwischenraum von mehreren Tagen lag und daB Nektarios noch einige Zeit auf dem Konzil den Vorsitz führte, so müssen wir den Terrain der Ankunft der agyptischen Bischöfe und des dadurch bedingten Entlassungsgesuches des Oregorios in die erste Halfte des Juni verlegen. Oestützt wird diese Annahme

Feder, Hlsl. Methodik.

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