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sind wir auf Abschriften angewiesen. Allein bei den Grafenurkunden, den weitaus wichtigsten Stücken dieses ganzen Bestandes, hat die Untersuchung nicht nur mit den Schwierigkeiten zu kampten, die sich, wie jeder Diplomatiker weiB, einer sicheren Beurteilung der altesten territorialfürstlichen Privilegiën überhaupt in den Weg stellen; es muB angesichts der frühzeitigen Verflechtung der Grafschaft Holland in die internationale Politik auch mit der Möglichkeit gerechnet werden, daB hier unkontrollierbare auslandische Einöusse schon im 12. Jahrhundert auf das Urkundenwesen eingewirkt haben.

Es ist selbstverstandlich, daB unter diesen Umstanden auch die sorgfaltigste, immer und immer wieder nachgeprüfte Untersuchung nicht bis in alle Einzelheiten zu völlig gesicherten Ergebnissen gelangen kann. Aber in allen wesentlichen Punkten glaube ich doch zu dem wahren Stand der Dinge durch eine verderbte und verschüttete Überlieferung vordringen zu können. Und das verheiBt nicht nur den billigen Triumph kritischer Erkenntnis, sondern auch eine sichere, noch in Untersuchungen der jüngsten Zeit schmerzlich vermiBte Grundlage für die Entstehungsgeschichte der Grafschaft Holland, klare Einsicht in den verwickelten und lehrreichen Werdegang des frühreifen mittelalterlichen Territoriums, dem in der niederlandischen Staats- und Volksgeschichte die führende Rolle bestimmt war.

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