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Es fragt sich nun, ob dem gegenüber die hagiographische Überlieferung, nach der Ieron zur Normannenzeit in Friesland, d. h. dem heutigen Nordholland, den Martyrertod erlitt und bis zu seiner Translation durch Graf Dietrich II. in Noordwijk begraben lag, irgendwie ins Gewicht fallen kann.

Die im Jahre 1136 von dem Mönch Osbert geschriebene Handschrift aus Canterbury, die sich zu Anfang des 18. Jahrhunderts im Besitse des Niederlanders Adriaan Westphalen befand, braucht uns hier nicht zu beschaftigen, obwohl sie von Blok (BVG. 4. reeks III S. 13) wieder herangezogen worden ist. Denn kurz vorher (1900) hatte Pijnacker Hordijk in derselben, von Blok selbst herausgegebenen Zeitschrift (BVG. 4. reeks I S. 165) festgestellt, daB die Annahme der Bollandisten (Acta sanctorum Juni V 95), diese Handschrift habe eine vita des Egmonder Heiligen Adalbert enthalten, unzutreffend ist; es kann sich nur um die passio des 792 oder 793 getöteten TCönigs Adalbert von Ost-Anglia handeln, die einen Mönch Osbert zum Verfasser hatte. Damit entfallt jede Möglichkeit, auf diese Handschrift die Angabe des Egmonder Bibliothekskatalogs über den Mönch Friedrich zu beziehen. Die uns vorliegende 'vita Adalberti ist, wie wir festgestellt haben, nicht im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts, sondern erst um 1175 verfaBt. Hat Friedrich tatsachlich eine vita Ieronis geschrieben, so kann auch sie nicht das uns vorliegende Werk sein. Denn noch die Egmonder Annalen zahlen Ieron im AnschluB an das Reliquienverzeichnis R unter den frühchristlichen Martyrern auf. Die handschriftliche Überlieferung der vita Hieronis und der mit ihr verbundenen translatio reicht nicht über das 15. Jahrhundert zurück (vgl. Blok a. a. O. S. 9). Die wahrscheinlich ursprünglichste Fassung ist 1625 zu Köln gedruckt in dem Büchlein von Petrus Opmeerus: Historia martyrum Batavicorum sive defectionis a fide maiorum Hollandiae initia. Die vita erzühlt Hierons Vorleben ohne jeden individuellen Zug und ohne jede, auch noch so unbestimmte Zeit- und Ortsangabe und berichtet dann, er sei nach Friesland gekommen: Ea tempestate, cum pagani depraedantes omnem locupletationem Frisoniae alios utriusque sexus

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