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Man ersieht: nur ein kleiner Teil von dem, was in OB I 89 als Verfögung Dietrichs V. erscheint, ist durch den Evangelientext gedeckt. Zutat des Urkundenf&lschers ist die Bestatigung des gesamten bisherigen Besitjstandes, die Verleihung eines geschlossenen Gerichtsbezirkes in jder Umgebung von Egmond, die Zollfreihéït für die Klosterleute, ihre ausdrückliche Unterstellung unter Gewalt und Gerichtsbarkeit des Abtes und seines SchultheiBen, die Ermüchtigung des Abtes, mit Hilfe des Vogtes gegen Hintersassen einzuschreiten, die sich durch Auswanderung ihrem Geburtsstand zu entziehen suchen oder die Entrichtung der Abgaben an das Kloster verweigern, endlich die Verleihung der Gerichtsbarkeit im Amt Alkmaar. Die Zeugen des Tauschvertrages sind in OB 189 als Zeugen für die Gewahrung aller dieser Zugestandnisse angeführt und um einige Namen vermehrt worden.

Die Urkunde OB 189 ist somit ihrem wesentlichen Inhalte nach für die Zustande von 1083 völlig unbrauchbar; sie ist ein erst nach dem Evangelientext und dem Grafenregister entstandenes Machwerk.

Es enthüllt sich nunmehr aber auch der innere Zusammenhang zwischen dem Evangelientext, dem Grafenregister und der Grafenurkunde. Der Evangelientext hat dem Grafenregister, Evangelientext und Grafenregister haben der Urkunde als Quelle gedient. Jedes der drei Stücke berührt sich in seinen Absichten und Ansprüchen mit den beiden anderen. Der Verfasser der Urkunde hat die Kirche zu Heilo in den vom Grafenregister gebotenen Text eingeschoben und damit eine der Kirchen, die noch um 1030 als Echternacher Besife geführt wurden (vgl. oben S. 83), als Schenkung Dietrichs II. an die Abtei Egmond bezeichnet. Zwei dieser Kirchen, die zu Noordwijk und Voorhout, führt der Kompilator des Evangelientextes als Schenkungen Dietrichs II. an, drei weitere, die zu Vlaardingen, Hargen und Overschie, als Schenkungen Arnulfs. Der Zoll zu Alkmaar liegt dem Verfasser der Urkunde besonders am Herzen; er fügt ihn seinem Machwerk schon viel früher ein als er in der Vorlage, dem Grafenregister, aufgeführt ist. Dieser Zoll aber ist schon im Grafen-

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