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Gerwards noch nicht gestanden, so wissen wir aus unserer vorigen Untersuchung, daB das Gegenteil richtig ist.

Doch habe ich — abgesehen von der Jahreszahl 904, die, weil unter dem EinfluB Reginos entstanden, vom Verfasser selbst herrührt, aber nicht von Ratbod sein kann — gegen die Annahme von Coster, die ich seiner Zeit für zutreffend gehalten habe, ein anderes Bedenken. Der Schenker Gerwardus wird in dem Annalenbericht miles genannt. Als Standesbezeichnung kommt dieses Wort in karolingischer Zeit noch nicht vor; die Urkunde von 874 Lacomblet UB I 68, die Waife, Deutsche Verfassungsgeschichte Hl8 (1883) S. 548 Anm. 3 als zweifelhaft anführt, ist eine Falschung des 12. Jahrhunderts. Ist demnach der Bericht zu 828 erst frühestens im 10. Jahrhundert formuliert worden, so besteht kein Grund, die Abfassung des bis 904 laufenden altesten Teiles der Annalen einem andern Autor zuzuweisen wie dem Utrechter Annalisten von 1130. Erst er hat aus kurzen frankischen Annalen, aus Regino, den Xantener Annalen und dem Kopiar Ratbods die Kompilation zusammengefügt, welche den Unterbau seines Werkes bildet.

Von seinen weiteren Nachrichten geben zwei den Inhalt von Urkunden der Utrechter Domkirche wieder. Zu 1023 heiBt es: „Adelboldus episcopus acquisivit Drenta" in Übereinstimmung mit dem Diplom Heinrichs II. für Bischof Adelbold vom 3. Januar 1024 Muller, Cartularium S. 74 No. 41, und zu 1064: „Wilhelmus episcopus acquisivit comitatum in Hollant" in Übereinstimmung mit dem unechten Diplom Heinrichs IV. vom 2. Mai 1064 St. 2645 = Muller, Cartularium S. 134 No. 87.

Aus diesen beiden Berichten und der Benutjung von Ratbods Kopiar ergibt sich mit Sicherheit, daB der Verfasser der Annalen von 1130 der Utrechter Domkirche angehört hat; es sind Utrechter Domannalen. DaB in ihnen frankische Annalen lenthalten sind, die auch in Fulda, Prüm und Stablo •vorkommen, ist erklarlich; bestand doch' der Konvent des Utrechter Domes unter Karl dem GroBen aus Mönchen und Kanonikern (Muller, Cartularium S. 11 No. 6).

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