Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

auch bei den Grafen von Flandern in Gebrauch. Graf Robert R. sagt in einer Urkunde von 1006 Varin, Archives administratives de ia ville de Reims I S. 248 No. 86, durch welche er der Abtei Saint-Thierry zu Reims Besiïj zu Harlebeke zurückgibt: Hoe autem feci favore coniugis mee predicte Clementie, cui super hoe litteras sigillo meo corroboratas direxi, ut forestariis prohiberet, ne sanctis vel servis eorum aliquam iniusticiam vel violentiam ulterius inferrent. Derartige Mandate mögen mit Hahgesiegeln versehen gewesen sein, die in Flandern im 11. Jahrhundert allem Anscheine nach auch schon bei graflichen Privilegiën vorkommen. Die angeführte Urkunde Roberts H. kündigt kein Siegel an. Wohl aber ist das der Fall in der Urkunde Roberts II. von 1006 für St. Peter zu Lille Miraeus IR S. 665, die bei Flammermont, Album paléographique du Nord de la France (1806) S. 3 abgebildet ist. Sie zeigt am unteren Ende des Pergamentes einen wagrechten Einschnitt, sollte also mit anhangendem Siegel versehen werden. Es wird in der Corroboratio mit den Worten „ut autem hec traditio perpetuö inviolata servetur, sigilli .mei impressione eam firmavi" angekündigt (Miraeus hat: impensione).

Die Urkunde 'des Bischofs Otbert von Lüttich für Kloster Rolduc von 1108, gedruckt von Ernst, Histoire de Limbourg VI (1847) S. 116 nach dem (angeblichen) Original in Rolduc, das mit an Seidenstrang hüngendem Wachssiegel versehen ist, ist eine Falschung aus der zweiten Halfte des 12. Jahrhunderts, wie ich an anderer Stelle nachzuweisen gedenke. Als Vorbild für die Besiegelung an Seide hat das Privileg des Papstes Calixt II. für Rolduc vom 25. Marz 1122 Jaffé 6061 gedient.

Einen sicheren Fall originaler Besiegelung an Seidenstrang bietet erst die Urkunde des Markgrafen Balduin VII. von Flandern von 1115 bei Pirenne, Album Beige diplomatique pl. VIII A. Es ware aber hier zu untersuchen, ob nicht für diese Art der Besiegelung der Brauch der papstlichen Kanzlei bestimmend gewesen ist; denn Balduin erklart in der Urkunde, quod haec mutua concessio sive traditio facta fuerit in prae-

Sluiten