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eine Urkunde die Aushahdigungformel: Datum per manus Ogeri cancellarii (a. a. O. S. 241 No. 64; vgl. Reusens a. a. O. S. 108), und dieser notarius Ogerus wird auch in No. 81 neben Rodger genannt, der also das Kanzleramt nicht allein verwaltete.

Neben dem Kanzier erscheint seit 1169 der sigiüarius Gerhard von Messines. Er wird 1183 Propst von St. Peter zu Lille und ist seitdem nicht mehr als sigillarius tatig. Auch anderweitig ist das Amt nicht wieder besetjt worden; der jeweilige Propst von St. Donatian teilt seitdem mit niemandem die Befugnisse, welche die Falschung No. 3 ihm zuweist. Erst seit 1200 erscheint in einer dem sigillarius entsprechenden Stellung der Notar Walther, der aber nicht mehr Kanonikus von St. Donatian, sondern Laie ist.

Die Falschungen, die im Jahre 1183 zuerst auftauchen und offenbar eben damals auf Veranlassung des neuen Kanzlers Gerhard von ElsaB hergestellt wurden, suchen demnach Kanzlei und Verwaltung in der Hand des Propstes von St. Donatian dauemd zu vereinigen.

Diese ZentraUsation der Verwaltung war nicht, wie die Falschung No. 3 glauben machen will, schon 1088 von Markgraf Robert R. eingerichtet, sondern nur vorübergehend unter Karl dem Guten von Bertulf durchgese&t worden. Immerhin wird man diesen auch als den geistigen Urheber des echten Privilegs von 1088 ansprechen dürfen, durch welches die grafliche Kanzlei mit dem Stift St. Donatian dauernd vereinigt wurde.

In der uns vorliegenden verfalschten Fassung gibt das Privileg von 1088 keine Auskunft über den Zustand der flandrischen Verwaltung unter Robert II., sondern nur über die Stellung, die sich der Propst von St. Donatian im Jahre 1183 in der flandrischen Verwaltung zu sichern wünschte. Diese Wünsche mögen damals den tatsachlichen Verhaltnissen entsprochen haben; um 1200 waren sie durch dieselben bereits überholt.

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