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auf, wenn man gefragt wurde, und man wusste nicht auf alle Fragen zu antworten, nur auf einige. Bei besonders schwierigen flüchtete man in sich selbst hinein. Ein Knauel steckte im Hals, Tranen kamen in die Augen, man musste sich schneuzen, die Augenlider taten weh vom scharfen Salz der Tranen. Alles wiederholte sich hier. Sie weinte, schwieg oft, sagte aus Verlegenheit und Verzweiflung „Ja!", wenn der Staatsanwalt sie hereinlegen wollte, und „Nein!" wenn ihr Verteidiger sie retten wollte. Sie wunderte sich nur über die grausame Unerbittlichkeit der Manner, dieses ratselhaften mannlichen Geschlechts überhaupt, das sie ja eigentlich langst zu kennen glaubte, wenn überhaupt Erfahrungen Kenntnis verleihen. Aber diese Manner trugen ja auch Roben und sie sahen seltsam aus, wie Kaplane manchmal und auch wie feierliche Zwitter. Ganz anders gekleidet waren sie einst in den Salon der Matzner gekommen.

Der Verteidiger Lissauers fragte seinen Klienten: „Wie oft hat die Mizzi Schinagl grössere Summen angefordert?" „Mindestens jede Woche ein Mal! sagte er prompt. „Und warum mussten Sie es herschaffen?" Lissauer schwieg und senkte den Kopf. „Haben Sie keine falsche Scham!" rief der Anwalt. „Die Schinagl hatte sich Ihnen sonst verweigert!" Lissauer seufzte. „Es ist nicht wahr! schrie Mizzi Schinagl schrill. Aber die Verzweiflung hat keine angenehme Stimme. Sie klingt wie die Stimme der

Verlogenheit.

Es war der wichtigste Tag im Leben der Frau Josephine Matzner. Auf die Frage nach Stand und Beruf antwortete sie: ledig und Kassierin. „Eingetragen als Besitzerin eines Freudenhauses auf der Wieden — verbesserte der Vorsitzende. Undank hatte sie erlebt, lauter Undank — sagte Frau Matzner. Alle

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