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Er hatte oft davon getraumt, auf einmal Geld zu verdienen und den Beruf aufzugeben. Er naherte sich den Sechsundfïinfzig, er hatte nur noch wenig Zahne im Mund, und sein Kopf war kahl. Seine Frau war in jungen Jahren gestorben, seine Tochter lebte bei seiner Schwester in Podiebrad. Er hatte keine Sorgen, aber Nöte, kleine Schulden, peinliche Glaubiger, Zinsen, die gefahrlich anschwollen, Kellner, die nicht mehr kreditierten. Ach! und seine Seele dürstete nach den Köstlichkeiten, die in den oberen Spharen vorhanden waren. Er liebte das teure Leben, die Rennen, die stillen Restaurants, in denen die stolzen Kellner bedienten und die stolzen Herrschaften mit kühlen Gesichtern, herben und massvollen Gebarden, Speiseund Trank genossen, um dann in geschlossenen Kutschen heimzukehren in ihre noch kühleren, noch mehr geschlossenen Hauser. Immer, wenn Lazik das Café Wirzl verliess, die Geheimen und die Kollegen und die fettigen Spielkarten und den Geruch aus Kaffee, Okocimer, billigen Zigarren und warmen Salzstangeln, schien es ihm, dass er sich etwas vergeben habe und dass er eigentlich gesunken sei. Es war klar: sein Weg hatte nach unten geführt: vom Dichter, der sogar ein Stück im Burgtheater eingereicht hatte, über den Gerichtssaalstenographen zum Polizeireporter, der in Fachkreisen „Unterlaufel" genannt wurde. Zum ersten Mal seit dreissig Jahren stand der Name Bernhard Lazik gedruckt — nicht einmal in der Zeitung, sondern auf dem bunten Titelblatt der kleinen Heftchen. Lazik schickte sie seiner Schwester und seiner Tochter nach Podiebrad. Was blieb von ihm übrig? Eine Notiz in Nonpareille in der „Kronenzeitung": „Gestern verschied unser langjahriger Mitarbeiter ..." und Schluss. Und ein paar Ellen auf dem Wahringer Friedhof. Das „Kabinett das er in der Rembrandstrasse bewohnte,

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