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klirrten leise. Obwohl sie einander nichts Bestimmtes gesagt hatten, wussten sie doch beide, dass es galt, das erste Morgengrauen abzuwarten. Mitten in der Nacht konnte keiner den andern verlassen. Sie warteten.

„Ich werde Sie begleiten, Herr Baron" — begann endlich Zenower. „Sie werden morgen Urlaub nehmen. Ich werde mit Ihnen nach Wien fahren. Ich hatte sowieso langst zu meinem Freund müssen, dem Oberrechnungsrat. Ich glaube, dass ich im Januar noch die Prüfung machen kann." — „Ja, gewiss!" — sagte Taittinger.

Der Wirt Sedlak schlief hinter der Theke. Manchmal sprach er etwas Undeutliches aus dem Schlaf. Zenower sagte: „Der hat einen gesegneten Schlaf!" Aber Taittinger, der gar nicht zugehört hatte, antwortete: „Ja, er hat einen ganz guten Vöslauer!" — „Am liebsten trink' ich ja ein gutes Bier!" — sagte Zenower. Dann war es wieder still. Vergeblich blieben ihre Bemühungen, in ein gleichgültiges Gesprach zu flüchten. Sie dachten nicht an das, was sie sagten, sie sprachen nur so, um die Uhr nicht zu horen, es waren sinnlose Beschwörungen, zusammenhanglose Phrasen, törichte kleine Verlogenheiten. Die zwei Kerzen waren schon bis zum letzten Drittel abgebrannt, als draussen, vor den Fenstern, der Schnee blaulich zu werden begann, der Gesang des Frostes heftiger, der Himmel blasser. Zenower ging an die Theke, weckte Sedlak, zahlte.

Sie gingen langsam der Stadt zu, in die Kaserne. „Morgen bin ich in Zivil, für immer!" sagte Taittinger, als sie in die Kaserne eintraten und der Posten salutierte. „Zum letzten Mal salutiert er!" sprach er weiter. Was ist es schon viel Grosses! — dachte Zenower, wenn man nicht mehr salutiert wird! — Aber er fühlte auch zugleich, dass es eine ungerechte Ueberlegung war. Es war ein Leben, das hier zu Ende ging. Wie

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