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starken Eindruck im armen Taittinger hinterlassen. Er wusste jetzt, ganz gegen seine Natur, im Nu, um wen es sich handelte. „Holen Sie ihn!" — befahl er. „Aber wenn er noch einmal hierherkommt, schmeissen's ihn 'naus!"

Ja, das war der grausige Junge, grösser als das letzte Mal, das Maul schiefer, die Augenrander röter. Sein eigener Sohn! Sein eigener Sohn sah genau so aus, als wenn sich die Natur über den Baron hatte lustig machen wollen. Die Stirn war ahnlich, der Haaransatz, das Kinn, die Augenbrauen, der Schnitt der Augen. „Guten Morgen!" — sagte der Junge. Er hielt die Mütze in der Hand. Er war verandert, bedeutend hasslicher geworden, aber es war dennoch beinahe so, als ob man ihn gestern erst gesehen hatte. ,,Herr Schinagl?" — sagte Taittinger. „Die Mutter hat g'sagt, ich soll guten Morgen wünschen!" — „Danke, grüssen Sie Fraulein Schinagl!" — sagte Taittinger und winkte einem Fiaker. Ein schrecklicher Tag war angebrochen. Wohin fahren? — „Nach Baden!" — rief Taittinger, besann sich aber gleich darauf, in der Karntnerstrasse schon, und sagte: „Zur Polizeidirektion!" Er stieg aus, zahlte, hatte nicht den Mut, den Polizeiarzt aufzusuchen, mit dem er eigentlich den Fall Schinagl hatte besprechen wollen. Er wanderte ziellos durch die Strassen. Als es zwölf von den Türmen schlug, kam er just an der Burg vorbei, eine Sekunde vor der Wachablösung. Der Leutnant der Deutschmeisterkompagnie kommandierte: Kurzer Schritt!, weil die Uhr im Burghof noch nicht den Mittag zu verkünden begonnen hatte. Der Tambour hob sein Zepter, die letzten Klange des Radetzky-Marsches erstarben webmütig und weckten schon ein schwaches Echo unter der Wölbung des Burgtors. Jetzt dröhnte die Uhr im Hof, jetzt trommelte es sachte, wie wenn Sammetpfötchen auf das Kalbfell

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