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anderung in ihm vorgegangen war, er wusste nicht genau, wann sie angefangen hatte. Vielleicht damals, als Sedlacek ihm auf der Treppe entgegengekommen war. Vielleicht früher schon, im Laden Schinagls, in Sievering. Vielleicht spater dann, als er die Mizzi im Gefangnis besucht hatte. Vielleicht gar erst nach dem Abschied von der Armee. Er war jetzt sogar imstande, die gleichgültige Heiterkeit seiner früheren Jahre zu erklaren: Ahnungslosigkeit war es gewesen. Manchmal kam es ihm vor, dass er lange Jahre, gleichsam mit verbundenen Augen an wüsten und gefahrlichen Abgründen vorbeigewandert und lediglich deshalb nicht gestürzt ware, weil er sie nicht gesehn hatte. Viel zu spat hatte er sehen gelernt. Grosse und kleine Gefahren sah er j etzt überall. Gedankenlos begang ene Handlungen, harmlos ausgeführte, harmlose Einfalle, leichtsinnig hingeworfene Redensarten und aus purer Gleichgültigkeit unterlassene Massregeln rachten sich fürchterlich. Langst war die Welt nicht so einfach mehr wie früher; besonders nicht mehr seit der Stunde, in der man die Uniform abgelegt hatte. Langst gab es nicht nur drei einfache Kategorien von Menschen mehr. Charmante, Gleichgültige und Langweilige, sondern vor allem: Unerkennbare. Wie leicht hatte vor Jahren das nette Verhaltnis mit der netten Mizzi ausgeschaut, eine der vielen angenehmen Episoden, unbedeutend wie eine gute Mahlzeit, ein angenehmer Ritt, eine Einladung zur Jagd, eine Flasche Champagner, ein zweiwöchentlicher Urlaub. Die Erlebnisse sahen damals, als man ihnen begegnete, bunt, heiter, schwebend aus. Man hielt sie an einem Faden, wie Luftballons, solange sie Freude bereiteten. Dann, wenn sie anfingen langweilig zu werden, liess man den F aden los. Sie schwebten freundlich in die Luft, man sah ihnen noch dankbar eine Weile nach, dann mochten sie irgendwo in den

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