Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

eigenen Unzulanglichkeiten in diesem oder jenemFach zu jammern. Am überfülltesten war die Beratungsstunde jeweils unmittelbar vor den Zeugnissen.

Die T rau Direktor war enttauscht. Sie hatte nich< Schulfragen diskutieren wollen. Sie hatte einen lebendigen Kontakt gewünscht zwischen sich und den Kindern, hatte an ihren grossen und kleinen hauslichen Sorgen, an ihren grossen und kleinen Geheimnissen teilnehmen wollen; aber dazu kam es nicht.

Kinder haben namlich keine kleinen Geheimnisse, sondern nur grosse. Ihnen ist alles wichtig. Und wenn sie auch zutraulich sein können, so sind sie dabei trotzdem verschlossen, fest verwahrt wie Muschelschalen, deren Bander erst mit den Jahren nachlassen und ersclilaffen. Yon dem herben Zutrauen bis zur peinlichen Vertrauensseligkeit, dem Bedürfnis, sich mitzuteilen — das ist die kurze Spanne des grossen Anlaufs: der Kindheit.

Sie ist eine Republik für sich. Erwachsenen werden hier manchmal, aber nur höchst selten, die biirgerlichen Ehrenrechte zuerkannt. Um die Yierzig herum, zu dem Zeitpunkt, wo sie als Führer der Jugend hauptsachlich in Frage kommen, sind sie meist saturiert oder resigniert. Die Satten und die Enttauschten aber werden erbarmungslos aus dieser Republik verwiesen. Zugelassen sind hier lediglich jene, die, wenn auch nur im Prinzip und der Gesinnung nach, noch zu den selben Torheiten und Fehlern und Irrtümern bereit sind wie das Kind.

Es war nicht Frau Direktor Bergmanns Schuld, dass sie zu diesen Zugelassenen nicht gehorte. Sie war eine erfolgreiche und von ihrem Leben zufriedengestellte Padagogin. Ihr Leben war Klarheit, Ordnung, Ruhe.

2

Sluiten