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mandem bei der Arbeit gestort wurde. Das Fehlen des elektrischen Lichts in dem Kabinett bemerkte der in armlichen Verhaltnissen Erzogene gar nicht einmal, und es hiitte Frau Rosas Hinweises, „bei Ihren vielen wissenschaftlichen Schreibereien ist Petroleumlicht gesünder für die Augen", nicht erst bedurft. Zusammen mit dem Taschengeld, das er für seinen Posten als Hauslehrer erhielt, war das eine enorme Yerbesserung seiner mehr als dürftigen Lebensumstande.

Josef Stadler war etwa dreiundzwanzig Jahre alt und wirkte wie ein Schuljunge. Er gehorte zu jenem Typ, aus dem sich nie wirkliche Manner entwickeln. Schon ausserlich nicht. Die Schultern bleiben schmal, das Gesicht behalt den graublassen Schimmer der Pubertatsjahre, und ob nun der Wuchs gross oder klein ist, es bleibt der Gestalt etwas kindisch Linkisches, Flattriges zu eigen. Solche Menschen gehn nie ruhig auf der Strasse, immer rennen sie, auch wenn nichts sie zur Eile drangt. Abbild ihres Lebens. Sie sind es auch, denen es mit vierzig Jahren noch passieren kann, dass man sie einen „dummen Jungen" nennt, und irgendwie trifft das auch zu. Mannlich an ihnen ist nur die Stirn, das Auge. So etwa wirkte auch Josef Stadler. Gross, schmal, engbrüstig, vornübergebeugt. Aber auf seiner wuchtigen Stirn spiegelten sich Gedanken von solch mannlicher Kühnheit, wie sie nur das unbeirrbar zahe Yerstandestraining ganzer Generationen in einem Menschen ansammeln kann, und in seinen glanzlos trüben und rotgeranderten Augen, die vom Tag nichts und von der Ewigkeit alles sehen wollten, brannte ein uraltes Feuer, das jüdische Lagerfeuer: der Geist. Dieser Mann nun war Johannas und ihres Bruders Hauslehrer. In seinem Leben war kein Platz für

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