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auf die Brust pressen, ihr ist, als tonen nicht mehr die Glocken, sondern ihr Herz, es lautet über Strassen und Platze, über ganz Wien. In dieser unmenschlichen Aufregung verliert sie die Spur des Geliebten. Aufgestört trippelt sie hin und her, sucht ihn, und es stehn ihr die Tranen in den Augen — da findet sie ihn wieder. Da ist er! Gerade schwingt er sich auf die vordere Plattform der Grinzinger Tram, und Johanna begibt sich aufatmend in das mit Heurigengasten überfüllte Wageninnere.

Es ist natürlich langst wieder ein anderer; aber was spielt das noch für eine Rolle? Es ist irgend ein Mann, der nach Grinzing fahrt. Was hat das zu sagen? Ihre Augen sind ja schon nicht mehr von dieser Welt. Sie sieht, was sie will.

Jetzt ist es auch stockfinster, die sparliche Beleuchtung des dunstigen Wagens fördert nur die Tauschung.

Wenn er sich umwendet und sie bemerkt — was wird geschehen? Wird er sich zu ihr in den Wagen setzen? Nein, was jeder andere Mann tun würde, ist für ihren Geliebten nicht angangig. Nicht am Schottentor und nicht hier im überfiillten Strassenbahnwagen kann er ihr gegenübertreten. Er kann die ersten Worte mit ihr nicht unter den beobachtenden Blieken der Mitfahrenden wechseln. Aber — er könnte sich mit grossem selbstverstandlichem Schweigen neben sie setzen. Nichts ware natürlicher. Ihr und ihm ist die Trambahn ja Haus und Heimat, und die Menschen ringsum würden hin ter Wolken verschwinden, wenn „Er" seine Augen auf ihr ruhen lasst.

Aber der Fremde da vorn wendet sich nicht um, obwohl Johanna es jede Sekunde erwartet, wünscht,

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