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der wie nach einem geheimen Diktat weiter: „Wenn wir schweigen, reden wir beide das selbe. Sprechen kann man mit allen Menschen auf der Welt, schweigen nur mit dem, den man liebt. Vielleicht müssen wir uns deshalb alles schweigend sagen. Worte waren für unser Glück zu alltaglich. Oder wir müssten für uns neue erfinden, die noch kein sterbliches Wesen vor uns im Munde gehabt hat. Ich verstehe ganz Ihre scheinbare Zurückhaltung, und ich füge mich in alles, was Sie für richtig halten. Ich kenne nichts als Ihren Willen. Verzeihen Sie mir, dass ich Ihnen hiermit so eigenmachtig schreibe. Es geschieht nur dieses eine einzige Mal, dass ich Ihr Schweigen breche. Denn ich musste Ihnen einmal sagen, dass ich alles verstehe, was Sie tun. Auch was Sie nicht tun, verstehe ich. Und sollte es noch Jahre dauern...."

Hier brach sie ab, sann nach, strich „Jahre' aus und schrieb dafür: „Und sollte es auch noch zwei oder drei Jahre dauern." Auch das fiel ihrer eigenen Zensur zum Opfer, und es wurde „ein ganzes, volles Jahr" daraus. Das war auch schon lange genug. Sie ist mit sich und ihrem Brief, der natürlich noch auf allerschönstes Briefpapier übertragen werden soll, ausserst zufrieden.

Da spürt sie die Nahe ihrer Nachbarin Marianne Koppel fast körperlich wie eine Berührung, spürt auch deren Augen auf ihrem Heft, und Johannas erste Reaktion ist, Marianne mit einem ordentlichen Rippenstoss zu verscheuchen.

Die andere halt den Atem an, und ehe Johanna zu dem Stoss ausholen kann, empfindet sie die gespannte Neugier der Freundin. Diese Spannung der andern wird Johanna sofort zu einer Bereicherung ihres Er-

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