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nie von ihm. Gussy Sender hatte nichts zu erzahlen Der eine hört aus dem unscheinbarsten, alltagliehsten Gerausch eine Melodie — und der andere eben nicht. In einem gewissen Sinne traf die volkstümliche Behauptung zu, dass die Gans nur von Kukuruz traumen könne. Für seine Wünsche, Traume, Yorstellungen ist man verantwortlicher als für die Zufalligkeiten der Realitat.

Sonderbarerweise war Friederike von Skriebitsch ganz im Bann dieses Neuen, mit dem sie da durch Johanna in Berührung kam. Ob Johanna sich in mystisches Schweigen hüllt oder halbe Andeutungen macht oder tolle Erlebnisse schildert — sie hangt immer mit brennenden Blieken an der Mitschülerin. Zwar zieht sie beim Zuhören schreckhaft die Unterlippe ein und beisst mit den Zalmen darauf; aber neben Schreck ist da auch noch recht wahrnehmbar Begierde in ihrem blassen Gesicht. In allem verschieden, sind sich Johanna und Friederike in einem Punkt gleich: beide können die dürre öde ihres hauslichen Lebens nicht ertragen. In Friederikes Elternhaus hat ein Kind nur Pflichten, muss gehorchen, hat in nichts eine Meinung zu haben, und die sparlichen Yergnügungen werden organisiert und geregelt bis zur Unkenntlichkeit ihres Zweckes. Als wirksamstes Erziehungsmittel gilt in dieser Kinderstube die Prügelstrafe. Auch Friederike ist eigentlich eine Besitzlose. Auch sie erwartet von der Liebe, die ihr hier in höchster Vollendung geschildert wird, alles. Auch sie wird einmal erwarten, dass die Liebe sie für eine freudlose Jugend schadlos halten müsse. Auch sie. Und was Johanna da ausbreitet und entwickelt, ist auch ihr Evangelium.

Marianne ist durch Johannas Erlebnis in vielerlei Hin-

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