Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

sich unbefangen selbst wie jemand, der gewohnt ist, vor einem gedeckten Tisch zu sitzen. Sie ass für Florians Begriffe sogar zuviel, vertilgte mit kindlichem Vergnügen grosse Mengen von Broten, dick mit Schweineschmalz bestrichen und mit Blutwurst belegt. Dabei war sie von einer reizenden Natürlichkeit und ihr Wegen so im tiefsten wohlerzogen, dass ihn die schwer arbeitenden Ellbogen zu storen begannen wie etwas Stilwidriges. Als er aufstand, um kaltgestellten Syphon zu holen, mit dem Johanna ihren Wein spritzte, trat er hinter sie und legte ihre Ellbogen an:

„Wollen wir Hofzeremoniell spielen, Jane, ja? Sehn Sie, so isst man bei Hofe."

Es wirkte nicht ein bisschen beschamend, und ihr Triestiner Lachen schoss hoch wie eine Kaskade. Sie hob ihr Glas:

„Ja! Hofzeremoniell! Ich trinke auf des Kaisers schönsten Offizier!"

„Nachher " sagte er und nahm ihr das Glas fort,

beugte sich zu ihr herunter. Kleine Kinderhande stemmten sich gegen seine Brust, tiefglückliche Augen strahlten ihn an:

„Ich finde es sooooo schön bei Ihnen!"

Sie appellierte, ohne es zu wissen, an seine Gesittung, an die Gesittung eines Wiener Aristokraten. Er nahm ihre Hande von seiner Brust und küsste beide zusammen und noch einmal jede einzeln. Dabei war er ausgesprochen gerührt über sein Verhalten und auch ein klein bisschen dankbar dafür, dass einmal etwas nicht den gewohnten und schon so ausgetretenen Gang nahm. Als er aber wieder an seinem Platz sass, empfand er doch die ganze Situation wieder als blöd. Schliesslich wollte man doch „zu etwas kommen", na-

Sluiten