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Grimasse verzerrte und was als ein flüchtiges, aber intensives Funkeln aus ihren Augen kam. Die Hand hatte sie schon an der Türklinke. Jetzt weinte sie endlich. Der Zorn über die Krankung, welche die arme, ahnungslose Mutter ihr zugefügt, machte die Tranen frei: nun strömten sie ihr reichlich über die kindlich gerundeten Wangen. „In was für einer Welt lebst du denn ?!" rief die Schluchzende noch über die Schulter. Dann war sie hinaus.

Frau von Kammer blieb in sehr aufrechter Haltung am Frühstückstisch sitzen. Sie sah alt aus alter als sie eigentlich war. Ihr Haar hatte jene unbestimmte, aschblonde Farbe, von der sich kaum feststellen lieB, ob es schon ergraut, oder nur verblichen, glanzlos geworden war. Die Falten zwischen den Brauen und um die gepreBten Lippen hatten sich wahrend der letzten Monate verscharft und vertieft. Der Anblick ihres zu schmalen, zu langen und zu harten Gesichtes, mit den eingefallenen Wangen, der feinen Nase und dem kantigen Kinn, lieB an ein sehr gutrassiges, abgearbeitetes, stolzes und etwas müdes Pferd denken.

Die Mutter stand seufzend auf. ,Wenn das mit Tillys Asthma-Anfallen nun wieder losgeht', dachte sie, —: ,eine schone Geschichte! — Konzentrationslager . . . Konzentrationslager . . . Welch ein Irrsinn! — Sie wollte sich selber nicht zugeben, wie sehr es ihr leid tat, daB sie ihr groBes Madchen nicht tröstend in die Arme geschlossen hatte, anstatt sie durch ihre gefühllose Bemerkung noch weiter zu verletzen.

Tilly ging Tage lang schweigsam, mit bleicher, verstörter Miene umher. Sie war beinah dazu entschlossen, nach Berlin zu fahren, um ihrem Konni zu helfen auf welche Weise, war ihr selber nicht klar. Sie schrieb dem Kameraden des jungen Bruck dem Mann, der so geheimnisvoll als ,,H.S." signiert hatte

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