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Das Leben in Zürich war heiter. Die schone und reiche Stadt schien ihre Bürger — oder die Fremden, die in den gepflegten Hotels an der BahnhofstraBe, an den Seeufern logierten — vergessen lassen zu wollen, was im groBen, tragischen Nachbarlande taglich, stündlich an Jammervollem und Bösem, an Schauerlichem und Gemeinem geschah. Zürich strahlte. An den freundlich bebauten, höchst zivilisierten Ufern seines Sees hatten Wohlstand und Biederkeit sich niedergelassen. In diesen besonnten JuniWochen meinte man, hier nur glückliche Menschen zu sehen; die Unglücklichen zeigten sich nicht. Die Badeanstalten am See waren überfüllt, wie die eleganten Konditoreien, die Hotel-Terrassen, die Cafés, die popularen Biergarten. Wohin man schaute — braungebrannte, lachende Gesichter. Junge Leute gingen in Nagelstiefeln und Leinenhosen umher, schwer beladen mit ihrem Rucksack und doch leichten Schrittes; sie kamen von Bergtouren, oder sie brachen gerade zu Exkursionen auf. Bei „Sprüngli" oder bei „Huguenin", an der BahnhofstraBe, saBen die Madchen und ihre Burschen in weiBen Segelkostümen neben den alten Amerikanerinnen. Im Garten des Hotels „Baur au Lac" schmachtete die Zigeunerkapelle ihre Nachmittags-Musik; auf dem Parade-Platz klingelten munter die hübsch blau lakkierten Trambahnwagen; die groBen Limousinen aber glitten in vornehmer Stille über die Avenuen, Platze, Brücken und Quais; denn: ,,in Zürich wird nicht gehupt, aber vorsichtig gefahren"—: wie breite Spruchbander an den Stadteingangen und an einigenVerkehrszentren mahnend verkündeten. Auf die Nerven des Publikums wurde jede erdenkliche Rücksicht genommen . . .

Liebenswürdig stand der Sommer dieser schonen Stadt zu Gesichte, wie einer hübschen Frau das lichte

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