Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Kostüm, der breitrandige Strohhut stehen. Die Luft war mild und sehr weich; man meinte sie wie eine Liebkosung auf der Haut zu spüren. Die Konturen der Seeufer verschwammen in einem zart-blauen, fast violetten Dunst. Es herrschte Föhnstimmung. Der warme Wind kam vom Gebirge her. Frau von Kammer hatte ein wenig Kopfschmerzen. Sie konnte den Föhn nicht vertragen.

Seit gestern hatte sie mit niemandem gesprochen, auBer ein paar Worte mit dem Madchen, das vormittags kam, um die Wohnung sauber zu machen. Tilly war verreist: „Ein paar Bekannte" — wie sie sich mit etwas verletzender Ungenauigkeit ausdrückte — hatten sie zu einer Tour eingeladen. Nach dem einsamen Abendessen spazierte Frau von Kammer ziellos durch die Strafien: über den Parade-Platz, die BahnhofstraBe hinunter bis zum Bahnhof; die BahnhofstraBe wieder hinauf bis zum See; über die Quaibrücke bis zum Bellevueplatz. Sie überlegte, ob sie in ein Kino gehen sollte; aber das würde ihre Kopfschmerzen nur noch verschlimmern.

Auf dem Platz vor dem Stadttheater hatte sich ein Lunapark etabliert; ein Miniatur-Prater mit „Attraktionen", Karussels, einer Bierhalle, Russischem Rad, Achterbahnen, Würstelverkaufern und SchieBbuden. Von dort her kam der schone, erregende Larm, der immer zu den Rummelplatzen zieht: das Kreischen der Kinder und Frauen von all den schaukelnden, fliegenden, kreisenden, durch Finsternis gleitenden, ins Wasser stürzenden Folterstühlen, auf denen merkwürdigerweise Menschen sich freiwillig und zum Vergnügen niederlassen; die monoton-eindringliche Litanei der Ausrufer und Anpreiser, das Geknatter der SchieBgewehre, der gröhlende Chorgesang der Bezechten; die Musik von drei Karussels, unbarmherzig gegen einander ankampfend. Es kamen auch

Sluiten