Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

darf Tilly nicht wissen", sagte Marion leise, mehr für sich selber. — Der Bursche erzahlte weiter: vom Leben im Konzentrationslager, und wie zwischen allen Gefangenen, welcher Richtung sie auch immer angehörten, eine natürliche und feste Solidaritat sich herstellte. „Ich habe nie gedacht, daB es unter den Kommunisten so viel anstandige Kerle gibt", sagte der junge Sozialdemokrat. „Wenn man sich im K.Z. so richtig kennen gelernt hat, weiB man, daB man auch drauBen miteinander arbeiten kann ..."

Marion und Hummler nickten. Ein anderer von den jungen Leuten fing an zu klagen: über die Leichtglaubigkeit der Arbeiter; über den Mangel an KlassenbewuBtsein, den er bei ihnen gefunden hatte; daB sie sich von jedem Schwatzer anlügen und verführen lieBen. „Ich kenne so viele, die bei uns oder bei der Kommune waren, und die jetzt das Hakenkreuz im Knopfloch tragen." — „Sie werden mit der Zeit schon noch hinter den Schwindel kommen", versprach Hummler. „Es ist unsere Sache, sie aufzuklaren — nicht ein Mal, sondern hundert Mal. Dafür sind in Deutschland diejenigen von unseren Leuten da, die wirklich was wissen und was gelernt haben. Ihr seid dafür da, Jungens!" rief Hummler forsch. Etwas gedampfter fügte er hinzu: „— Und wir hier in der Emigration. — Ihr sollt gutes Material mitbekommen, wenn ihr nach Deutschland zurück geht!" Die drei Burschen antworteten nicht; zeigten aber ernste und begeisterte Mienen. Auch gingen sie plötzlich aufrechter, die Köpfe stolzer erhoben, als seien sie sich einer schonen und schweren Pflicht trotzig bewuBt.

Es war Zeit zum Mittagessen; Marion schlug vor, man solle zur Schwalbe gehen. „Da trifft man immer ein paar Freunde." — Das kleine Restaurant florierte, trotz der drückenden Hitze. Von den Stammgasten

Sluiten