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sich im Krankenzimmer ihre dicke, kurze Zigarre anzuzünden. „Aber es würde doch gar nichts schaden," meint Martin mit einer Stimme, die so schwach geworden ist. — Es ist gerade wahrend der kurzen Zeit, da sein Zustand sich zu bessern und das Schlimmste überstanden zu sein scheint. „Ich könnte ja auch selber mal wieder eine Zigarette rauchen . . . David, hast du keine Chesterfield da ?" — ,,Der Junge ist richtig!" ruft die aufgeraumte Schwalbe, und kratzt sich mit Behagen das kurze, borstige, graue Haar. Aber ein bittender, fast drohender Bliek Davids bestimmt sie dazu, auf ihre Zigarre dieses Mal zu verzichten.

Da Martins Befinden sich noch einmal verschlimmert, telegraphiert David an Frau Korella, Nürnberger StraBe, Berlin — und sechsunddreiBig Stunden spater trifft die Mutter ein. „Ich ware ja noch schneller gekommen," entschuldigt sie sich, gleich auf dem Bahnhof, bei David Deutsch, der sie abgeholt hat. „Aber ich muBte mir erst ein französisches Visum besorgen, das ist alles so umstandlich, heutzutage." Frau Korella bittet immer um Entschuldigung; sie wirkt, als wolle sie bestandig um Pardon ersuchen für die simple Tatsache ihrer Existenz. Herr Korella sagt es ihr oft: „Du muBt mehr SelbstbewuBtsein zeigen, Hedwig. Nur mit SelbstbewuBtsein kommt man durch diese harte Zeit." Aber weder ihr Junge, Martin, noch ihr Gatte haben durch das Benehmen, das sie ihr gegenüber an den Tag legen, dazu beigetragen, Frau Hedwigs innere Sicherheit zu kraftigen und zu stützen.

Frau Korella sieht stets verweint aus, sie hat immer etwas verschwollene und gerötete Augenlider. Jetzt erscheint ihr Gesicht ganz verwüstet von wahren Exzessen des Schluchzens; sie hat wahrend der ganzen Reise, vom Bahnhof Zoo, Berlin, bis zu der Pariser

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