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nicken. „Haben Sie denn keine politischen Ideale ?" wollte er wissen. — „Ich hatte mal welche." Der heruntergekommene Schupo zuckte bitter die Achseln. „Aber so was wird einem ja ausgetrieben, in dieser beschissenen Welt. Wie soll man denn noch an die Demokratie glauben, wenn sogenannte demokratische Staaten sich so gegen unsereinen benehmen? Behandelt wird man, als war man ein reudiger Hund — und soll Idealist bleiben!" Er lachte höhnisch, wobei schadhafte Zahne sichtbar wurden. Sein Gesicht war immer noch naB von den salzigen Tropfen, die abzuwischen er sich aus lauter Trotz und Gram geweigert hatte. — „Na, wir wollen mal sehen, was wir für Sie tun können!" meinte abschlieBend Abel. Ehe der Besucher ging, wiederholte er noch, es sei alles eine ungeheuer groBe ScheiBe; dann bat er nochmals um Verzeihung wegen der Sache mit Benjamins goldener Uhr. Abel sagte: „Das habe ich schon vergessen." Der andere konnte es gar nicht fassen und hatte beinah wieder zu weinen begonnen — aber aus Dankbarkeit, vielleicht auch aus Erstaunen; denn er hatte nicht mehr an die Güte geglaubt. —

Abel setzte sich, durch die Vermittlung eines Bekannten, mit dem Leiter des Jüdischen Hilfscomités in Verbindung. Der erklarte sich sofort bereit, ihn zu sehen. „Kommen Sie bitte am nachsten Donnerstag gegen vier Uhr!" schlug er brieflich vor. „Ich werde Sie sofort persönlich empfangen. Es wird mir eine Ehre sein, Herr Professor, Ihre Bekanntschaft zu machen." — Benjamin ging hin; die Visite wurde ein kompletter MiBerfolg.

Der Vorplatz, in dem dreiBig oder vierzig Menschen warten muBten, sah trostlos aus. Es gab keine Stühle, nur eine schmale Holzbank an der getünchten Wand; auf der saBen, eng aneinander gedrangt, jammervolle

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