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Visum zu warten. Trotzdem blieb er hoffnungsvoll. „Aber nachste Woche bekomme ich es — der Konsul hat mirs versprochen!" Ein dritter klagte: „Mich wollen sie nach Deutschland zurückschicken! Dabei habe ich, ehe ich wegfuhr, auf der Berliner Polizei einen Schein unterschreiben müssen, daB ich niemals wiederkommen will. Wenn ich nun wieder anrücke —: die sperren mich doch glatt ein! So was kann man doch nicht von mir verlangen! Die sperren mich doch ganz bestimmt ein!" — In einer anderen Gruppe sprach man von Palastina. „Mein Vetter ist Kellner in Tel Aviv; verdient ganz anstandig, ist recht zufrieden ..." — „Aber in Südamerika soll es besser sein!" wuBte ein ganz Gescheiter. „Meine Schwester hat einen Hutsalon in Buenos Aires . .

Andere versammelten sich um eine weibliche Person von dürftigem Aussehen, die heftig weinte. Sie hielt ein kleines Kind, das sie nun dramatisch in die Höhe reckte. „Nein, ich gehe nicht zum deutschen Konsul!" rief sie flehend. „Dort werde ich eingesperrt, und mein Kleines auch! Mein Brautigam — ich meine: der Vater meines Kindes — hat mir fest versprochen, daB ich das hollandische Visum bekomme, ohne daB ich vorher beim deutschen Konsul war!" Mitleidige und tröstliche Stimmen lieBen sich hören; vor allem die Frauen nahmen sich der hysterisch Schluchzenden an. Man redete ihr vernünftig zu: „Aber seien Sie doch nicht so ungeschickt! Nicht so angstlich! Man beiBt Sie doch nicht auf dem deutschen Konsulat! Sie müssen sich Ihren PaB verlangern lassen!" — Die Armsten: es tat ihnen wohl, ihrerseits einmal mitleidig sein und sich im Vorteil fühlen zu dürfen gegenüber einer, die nicht mehr aus noch ein zu wissen schien. Denn die Weinende blieb dabei: „Ich kann nicht, und ich will nicht! Mit meinem Kind zu den Nazis?!" fragte sie pathetisch — um dann

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