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genwart. Welche Gnade! — ach, welche Erschütterung für den Professor aus Bonn.

Er erschauert, tausend Erinnerungen kommen mit den vertrauten Tönen: seine Heimat — oder doch alles, was er an ihr geliebt hat — ist plötzlich da. Annette Lehmann die Ungetreue, und die traulich-musischen kleinen Feste in Marienburg —: alles stellt sich ein, beim gerührten Aufhorchen. Ein Heimweh ohnegleichen bewegt Benjamins Herz, wahrend er im schrag gestellten Sessel ruht und lauscht. Ein Gefühl der Einsamkeit, so stark vorher niemals empfunden; Verlassenheit ohne Grenzen —: ihm ist zu Mute wie dem Kinde, das im Wald verloren ging, es ist dunkel, aus dem Schatten drohen Ungeheuer, und da kommt plötzlich die Melodie, mit welcher die Mutter ruft —: aber aus was für Fernen! Tröstlich und qualend zugleich schweben sie herbei, die holden Klange der Heimat. . . Wie empfangt man sie ? Nicht mit trockenen Augen. Man laBt die Tranen fliefien — mag der Barbier sie sehen oder nicht; man kann sie nicht halten; auch tut es wohl, sie auf den Wangen zu spüren, und den Salzgeschmack auf den Lippen.

Benjamin muBte schluchzen, weil die Mondscheinsonate ihn im Barber Shop überraschte —: so weit war es mit ihm gekommen. Der Coiffeur — ein gutmutiger Mann; nicht mehr jung — bemerkte: ,,You like music, Sir ? I am fond of music myself." Damit weckte er seinen seltsamen Kunden aus der gefahrlichen Traumerei. Benjamin kam zu sich, wischte sich die Augen und murmelte etwas über das heiBe Tuch, das zu Tranen reize.

Er schamte sich seiner Unbeherrschtheit und dachte — den prickelnden Geruch von KampferWasser in der Nase —: , Alter Narr, der ich bin! Sentimentaler, deutscher alter Narr! Gestern abend

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