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VIERTES KAPITEL

lm Februar und Marz 1938 durfte manch deutscher Emigrant, wehmütig und stolz, sich besinnen: Fünf Jahre Exil — das ware also geschafft. Ist es wirklich schon fünf ganze Jahre her, seit wir in einer deutschen Stadt unseren Koffer packten ? Es scheint gestern gewesen zu sein . . . Damals meinten wir: Es ist wohl nur für eine kleine Weile, in ein paar Monaten kehren wir zurück ... Ist es wirklich erst fünf Jahr her ? Was haben wir inzwischen alles mitgemacht! Enttauschungen, Hoffnungen, noch einmal Enttauschungen, ohne Ende ... — Das Gedachtnis hat eine seltsam launenhafte Manier, mit der Zeit — dieser nur scheinbaren, nur vorgestellten Realitat — spielerisch umzuspringen. Wir erinnern uns — und fünf Jahre sind wie ein Tag; sind aber auch wie die Ewigkeit.

Sonderbare fünf Jahre —: ob sie euch lang geworden sind, oder kurz — sie haben euer Leben verandert; sie sind Teil eures Lebens, auch wenn ihr anfangs den neuen Zustand nur für provisorisch, abenteuerlich und unverbindlich halten wolltet. Das Abenteuer hat sich stabilisiert, das Provisorium wird zum Alltag — so sehr zum Alltag, dal3 Viele schon darauf verzichtet haben, sich des abenteuerlichen Anfangs noch zu erinnern, oder seinem Ende ejitgegen zu traumen. Irgendwo, in der geheimen Gegend des Herzens, bleibt freilich die Hoffnung wach: Dies alles wird eines Tages überstanden sein und vorüber — plötzlich, wie es begonnen hat. Das Exil war nur Episode, der Tag der Heimkehr wird kommen — ein gereinigtes, erholtes, wieder schön-gewordenes Vaterland empfangt uns; wir werden zu Hause sein, und die Fremde versinkt, ganz ahnlich, wie jetzt die Heimat für uns versunken ist . . .

Die Hoffnung bleibt wach—aber nur im Geheimen,

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