Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

gewischt!" erklarte sie noch. „Bei einem Juden — ja, so hat eine Volksgenossin sich erniedrigen müssen! Jetzt sind aber die an der Reihe! Putzen soll —- putzen — putzen!!" jauchzte sie mit ekstatischem Eigensinn. Bernheim, aufs Pflaster gekauert, dachte: ,Die Plakate von der Vaterlandischen Front ? Sie können doch gar nicht fest an den Mauern kleben; sind doch nur dünnes Papier ... Was war denn die Vaterlandische Front ? Ach ja — das falsche Pferd, auf das ich gesetzt habe. 25000 Schillinge hab ich für sie gegeben •— das Geld hatt ich besser verwenden können — warum schreit die Person eigentlich immerfort, ich soll putzen ?'

Der Vorschlag der verwelkten Haushalterin wurde allgemein verstandig gefunden; gleich schrie die Menge im Chor: „Putzen soll er! Putzen!" Sogar Herrn Bernheims Chauffeur schrie mit, sonst ware er wohl seinerseits verprügelt worden, man hatte ihn schon „Judenknecht" genannt; einige meinten sich zu erinnern: „Das ist so ein aSter Sozi!" Sollte er Schlage riskieren, wegen des Bankiers ? Nichts konnte ihm ferner liegen; lieber rief er, mit den anderen: „Putzen soll er!" — übrigens mit etwas gedampfter, brummender Stimme. Sein Gesicht blieb starr und verachtlich. Er dachte: ,Blöde Hunde! Meint ihr wirklich, euch wirds künftig besser gehen, weil ihr heute ein paar Juden schikanieren dürft ? Glaubt ihr, das ist die Revolution ? Dafl ihr euch so anschwindeln laBts! Schön blöd müBt's ihr sein! Zum Menschenfeind könnt man werden . . .'

Angesichts des wimmernden alten Mannes, der wie in jammervoller Andacht hoekte, ward das Goldene Wiener Herz übermütig und einfallsreich. „StraBenkehren?" rief ein flotter Bursch. „Viel zu mild für einen Steuerhinterzieher! — Den Abort soll er sauber machen!" Dies muBte ihm wie eine plötzliche Eingebung in den Sinn und auf die Lippen gekommen

Sluiten