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Die Melodie kennen sie vom Felde her. Vor wenigen Wochen mussten sie darauf noch die Worte singen:

Dem Kaiser Wilhelm haben wir's geschworen —

Dem Kaiser Wilhelm reichen wir die Hand . . .

Sie haben nur die Namen gewechselt. Sie sind Soldaten geblieben. Und sie haben auch etwas von der beinahe schauspielerischen Eitelkeit auf ihren Gesichtern, die die ins Feld ausrückenden Soldaten zur Schau trugen, wenn sie zwischen den Reihen der winkenden und weinenden Menschen hindurch zum Bahnhof zogen mit dem Lied:

So lebt denn wohl, wir müssen Abschied nehmen —

Die Kugel ist in's Flintenrohr gesteckt —

Und unser allerschönstes junges Leben

Wird einst im Krieg wohl auf das Schlachtfeld

hingestreckt —

Der Krieg ist für sie wirklich noch nicht zu Ende. Ihr Krieg beginnt erst: der Bürgerkrieg. Die Revolution ist so plötzlich ausgebrochen wie 19x4 der Weltkrieg. Sie ist ausgebrochen, obwohl der Generaloberst von Linsingen sie noch wenige Tage vorher in einem Erlass verboten hatte:

„Arbeiter- und Soldatenrate stehen mit der bestehenden Staatsordnung in Widerspruch und gefahrden die öffentliche Sicherheit. Ich verbiete auf Grund des Paragraphen 9 b des Gesetzes über den Belagerungszustand jede Bildung solcher Vereinigungen und die Teilnahme daran."

Wo nichts ist, hat der Kaiser das Recht verloren. Von der Faust, die die Arbeiter erhoben, erschreckt sind die alten Machthaber vom Schauplatz abgetreten, auf dem sie beinahe fünfzig Jahre lang die ersten Rollen

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