Geen zoekvraag opgegeven

Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

gespielt haben. Die Macht geht nicht mehr von den Regierungszimmern sondern von der Strasse aus. Und um die Macht wird gekampft.

Der Wirbel der Ereignisse reisst mich an einem Tag in einen Versammlungssaal. Sein Podium flankieren revolutionare Matrosen, die rote Fahnen tragen. Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung „im Namen des Revolutioneren Proletariats". Ein mutiger Bürger macht den Zwischenruf: „Und was ist Ihre Legitimation?" „Hier" sagt einer der Matrosen und hebt seine schwielige geballte Faust. Dem Bürger ist der Mut vergangen.

Mit so einem Trupp roter Matrosen fahre ich einige Tage spater auf einer Lokomotive nach München-Gladbach. Ich will den Dichter Hein Lersch besuchen. Nach seiner Verwundung habe ich zu verschiedenen Malen die Urlaubstage mit ihm verbracht. Der letzte Brief, der mich im Felde erreichte, war von ihm. Es war ein verzweifelter Brief. Verflogen war die Kriegsbegeisterung, die einige seiner Gedichte, vor allem jenes mit dem Refrain:

Deutschland muss leben — und wenn wir sterben

müssen

zu willkommenen Waffen der Kriegspropaganda gemacht hatte. Hein zitierte Verse von Walt Whitman, den Marsch, den der Dichter denen sang, denen es fehlschlug, und schrieb darunter: „Das Einzige, das ich Dir nun schicken müsste, um zu vergessen, ware eine Flasche Schnaps, aber die gibt's nicht mehr!"

Ich treffe Hein in seiner kleinen Kesselschmiede an. Er sitzt auf dem Amboss. Kein Feuer brennt in der Esse. Der Metallstaub riecht abgestanden. Seit Monaten schmiedete kein Hammer glühendes Eisen.

Wir sprechen nicht viel. Gerrit Engelke, unser

Sluiten