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doch nicht zwanzig Jahre Beitragsmarken geklebt, um schliesslich seine Altersversorgung zu verlieren." Sein Gewerkschaftsssekretar hielt ihn deswegen für einen halben Kommunisten, zuckte mit den Schultern und sagte: „Soviel wie die Arbeitslosen erwarten, kann man ihnen als verantwortungsbewusster Mensch gar nicht versprechen — sie radikalisieren — daran ist nun einmal nichts zu machen — lass die Krise vorbei sein, und diese Chaosblüten Kommunismus und Faschismus faulen über Nacht an den Wurzeln ab.

Als Fritze Winter fünfzehn Jahre alt war, war sein Vater „ein Indifferenter" geworden. Fritze selbst wusste nicht, ob er „Heil Hitier" und „Verrecke Moskau" oder ob er „Heil Moskau" und „Verrecke Hitier" schreien sollte. Rief er im Namen der Republik „Freiheit", belehrten ihn Jungens von links und von rechts, dass er in der schwarz-rot-goldenen Republik allein die Freiheit habe, langsam kaputt zu gehen. Und so wusste er nur, dass er keine Lehrstelle bekommen konnte wie andere hunderttausende Jungens, war sein grösster Wunsch, schnell so gross zu werden, dass er irgendwo in Uniform mitmarschieren könne und so wenigstens für Stunden und Tage „dem Elend zuhause" entfliehe. Und heute mit zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren hat er wieder richtig gelernt: die Hacken zusammenzureissen und strammzustehen, das Gewehr zu prasentieren, ein Maschinengewehr oder eine Kanone zu bedienen, einen Tank oder ein Flugzeug zu steuern. Und vielleicht, was Gott verhüten möge, bleichen seine Knochen im nachsten Weltkrieg zwischen zwei Stacheldrahtverhauen — wenn er nicht schon langst in spanischer Erde begraben ist.

Inzwischen kann man die deutsche „Menschheitsdammerung" von 1918 in Deutschland überhaupt nicht mehr und in der übrigen Welt höchstens noch anti-

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