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geraumt. Sie waren der Auffassung, dass die naturalistische Spielmanier, die die klassischen Kunstwerke bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte und nichts von ihnen übrig liess als diedürreHandlung, durch stilvolle Aufführungen der Klassiker am ehesten überwunden werden könnte, dass also der Weg zu einem neuen Stil über die Klassiker führe.

Fragt man sich nun rückschauend im Geiste, welche von den Aufführungen dieses Hauses im Laufe der vierzehn Jahre der Republik die starksten Eindrücke hinterlassen haben, so erinnert man sich an die von Werken Heinrich von Kleists und Calderons, von Goethes „Faust", von Ibsens „Kaiser und Galilaer" und ,,Peer Gynth", von Schillers „Kabaleund Liebe" und „Braut von Messina, vor allem aber an die von Shakespeares „Macbeth" und „Sommernachtstraum". Und ruft man sich diese Inszenierungen wieder vor Augen, dann erinnert man sich auch wieder ihres romantischen Elements: des Zwielichts, in dem die ergriffene Zuschauerschaft von der Musik der Worte weggetragen wurde in das Reich der Musik und in die Tiefe der Traume. . . .

Das aber ist meiner Auffassung nach der wahre Grund für den Untergang der Republik der vierzehn Jahre, dass sie den alten Traum der Deutschen von der deutschen Nation nicht erfüllt und dass sie den deutschen Menschen keinen neuen Traum gegeben hat. Ohne Traume aber kann kein Mensch und kein Volk leben.

ENDE

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