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bleips freundlich, barmherzig, an. bUdr mild, sanft, ags. bUtte mild, sanft, fröhlich, as. bluti, ahd. blicli heiter, freundlich. Bugge (Beitr. 13, 181 f.) fasst das b als praefix und vergleicht lit. palèti hingiessen. Nicht viel überzeugender stellt Johansson (Beitr. 15, 226 f.) bleips zu ai. mlayati welkt, erschlafft, indem er das y zur wz. zieht. Insofern mag er recht haben, dass er in dem hl idg. ml sucht: vgl. etwa ai. mrityati zerfallt, löst sich auf (Beitr. 20, 563 f.). blësaii, s. ufblësan.

bliggwan blauen, schlagen, mnl. blouwen, ahd. bliuwan ist ausserhalb des germ. nicht nachgewiesen: die vorauszusetzende idg. wz. ist *bhleuoder *mlevr.

blinds blind, an. blindr, ags. as. blind, ahd. blint, zu blandan.

blöma m. blume, an. blóme, ags. blóma, as. blömo, ahd. bluomo, zu ags. blówan, as. blöian, ahd. blnojen, bluowen blühen. Hierher gehören auch ags. bléd, ahd. blnoi blüte und an. blad, ags. blsed, ahd. blat blatt, weiter ags. blóstma, mhd. bluost blüte, welche auf *bhlö-s- beruhen. Ausserhalb des germ. findet man ebenfalls *bhlö- und *bJdö-s-: air. blath blume, blüte, lat. flos blume, flor ere blühen. Zusammenhang mit -blësan (s. ufblësan) ist wahrscheinlich.

blötan anbeten, verehren, an. blóta, ags. blótan, ahd. pluagan opfern, wozu blötinassus m. Terehrung, gupblöstreis. Aussergerm. beziehungen sind nicht mit sicherheit nachgewiesen. Man vergleicht das mehrdeutige lat. flamen priester (aus

welkt, erschlafft, indem er das y zur

*fladmen 1 Bugge, Bezz. Baitr. 3, 98). Nach andern ware dieses wort mit ai. brakman- zauberpriester, brdhmanzauberspruch zu identificieren (s. Kretschmer, Einl. in die geschichte der griechischen sprache 127 f. f.).

blöj) n. blut, krimgot.^?^ (fehlerhaft fiir *blut), an. blód, ags. blód, afris. as. blöd, ahd. bluot weisen auf idg. *bhlöto- oder *bhlato-, vielleicht zu *bhlö- blühen (s. b 1 ö m a).

bnauau zerreiben scheint aus b(in tonloser silbe aus bi- entstanden) und -nawan zusammengesetzt zu sein, vgl. an. nua, gnua- (g-nua), ahd. nüan zerreiben. Vielleicht zu der unter n a u J> s besprochenen wz. *nauqualen, falls diése urspr. 'reiben' bedeutet hat (vgl. noch Boer, Museum 4, 281 f.).

- böka f. buchstabe (plur. bökös buch, brief, urkunde), -bölc n. {frabauhtaböka verkaufsurkunden), an. bólt, ags. bóc, as. bok, ahd. buoh buch, urspr. 'buchentafelchen zum einritzen von runen', zu an. lók, ags. bóc-tréow, ahd. buolilia, \&t.fagus buche, gr. dor. tpxyó?, ion. att. cpifys? speiseeiche, phryg. Bxyx7o$ eichengott (1 Torp, Idg. forschungen 5, 193 f.), womit Bartholomae (Idg. forschungen 9, 271 f.) kurd. büz eine ulmenart zu vermitteln sucht. Aksl. buky buche, buchstabe ist aus germ. *bökö entlehnt. Ygl. noch Sievers, Pauls Grundr. I2, 252 (anders 1\ 241 f.).

bokareis m. schreiber, schriftgelehrter, ags. bócere schreiber, vgl. ahd. buohhari schreiber, schriftgelehrter, zu böka.

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