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Partizipia durchscheinend (oben S. 112), dur chschmetternd (153), durchdringend, u. dgl. Die meisten stehen neben einem Pradikatsnomen oder in Satzen ohne Verb. fin. ,a

Der wissenschaftliche Stil verwendet beide Partizipia mit Masz !). Die historischen Schriften von L. von Ranke, Th, Mommsen und H. von Treitschke, (siehe oben S. 145), weisen nicht viele Belege auf. 2) Die Sprache der Techniker, die sich oft durch nachlassigen Satzbau auszeichnet, versündigt sich auch nicht daran, nur enth altend und bestehend aus kommen dort hin und wieder vor. Die Strukturen mit dem Prateritalpartizip: geb au t, gefertigt, hergestellt, zusammengesetzt u. dgl. sind in diesen Schriften etwas üblicher.

Die lyrische, von einer groszen Leidenschaft getragene Prosa scheint auch nicht das bevorzugte Gebiet der Mittelwortfügungen zu sein. Für das Ndl. habe ich oben S. 66 bei E. Douwes Dekker (Multatuli) darauf hingewiesen. Im Deutschen ist es nicht anders. Als der Dichter-Philosoph Friedr. Nietzsche, berauscht von dem „Willen zur Macht", sein Evangelium Also sprach Zarathustra verkündigte, kieidete er seine Botschaften in kurze, wuchtige, schön klingende Satze. Wo die Partizipialstruktur bei Nietzsche vereinzelt begegnet, steht sie' meist, wie bei Herder, Maler Müller, H. von Treitschke, neuerdings bei B. Kellermann, z. B. Der 9. November, neben dem Pradikatsnomen: Der Mensch i s t ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch — ein Seil über einem Abgrunde (Kriegsausgabe, Leipzig, o. J., . S. 16).

Haufiger als die Fügungen, welche bei den modernen Autoren das Pradikatsnomen bestimmen, sind die neben dem Satzsubjekt. Der Akk. ist, wie samtliche aufgeführte Belege zeigen, weniger haufig, dann folgt in gröszerem Abstand der Dativ, wahrend die nach dem Gen. selten sind, seltener als im Frühnhd., wo N. v. Wyle und Kirchhoff mit 10 bezw. 4 Belegen bier vërtreten sind.

Was die lokalen Verhaltnisse betrifft, glaube ich nicht, dasz ihr Einflusz auf die Schriftsprache grosz gewesen ist. Höchstens

1) Vgl. auch die Proben bei H. Wunderlich, a. a. O. 12 S. 7.

2) In Moriz Enzingers kurzgefaszter akademischer Antrittsvorlesung Das deutsche Schicksalsdrama (Innsbruck 1922), sind sie aber (schon?) ziemHch haufig.'

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