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2 in Zerlegungs- und Zusammenfassungsstrukturen, oft abwechselnd mit absol. Fügungen, vgl. Lessing;

3 in Fallen, wo einem Nomen oder Pron. mehrere Attribute beizulegen sind, vgl. Herder, H. v. Treitschke;

4 in Titeln, Über- und Unter schriften;

5 in pradikatlosen Satzen, vgl. Lessing u. Goethe.

CC Bequemlichkeit: Ellipse, Anakoluth (letzteres natürlich nicht absichtlich); beide aus der Umgangssprache in die Schriftsprache der realistischen Erzahler gedrungen.

d. rhythmische Gründe:

1 das Partizip verhilft einem nicht vollwichtigen Satzteil zu einem eignen Satztakt: gelegen, entternt, bestimmt (für), v er sehen (mit); hiermit liesze sich vergleichen ndl. (elk ding op zich zelf) beschouwd, und lat. begründende Strukturen mit impulsus, c ommot us, adductus (s. H. Annema, a. a. 0., 38).

2 die Partizipialstruktur neben einem Pradikatsnomen verleiht, durch die Pause und die starkere Betonung, diesem Satzteil mehr Reliëf; die Freiheit der Stellung des Partizips innerhalb seiner Gruppe gestattet dabei manche feinen Betonungsnuancen. Dem Hollandischen ist durch die Doppelform des Prasenspartizips, dem Deutschen durch die Möglichkeit, zwischen den Trager und das Attribut einen — meist tonschwacheren — Redeteil einzuschieben, etwas gröszerer Spielraum gewahrt.

3 die symmetrische Anordnung der Periode wird durch die Partizipialstruktur erleichtert. Im Deutschen haftet den Fügungen am Ende des Satzes manchmal etwas Unbefriedigendes an, welches verschwindet, wenn das Partizip innerhalb seiner Gruppe nach vorn gerückt wird, vgl. Th. Storm: Dies sollten Worte bleiben, in die leere Luft gesprochen, mit Grillparzer: Was ihr für Lieder haltet, das sind Klagen, gesprochen in ein freudenloses AU. Im Ndl. ist die Spitzenstellung des Partizips innerhalb seiner Gruppe haufiger als im Deutschen.

4 das Partizip ermöglicht mit seinen Erganzungen in kunstvoll verschlungenen Perioden vielerlei Verbindungen und Verflechtungen, vgl. Hooft, Goethe und Schiller.

In beiden Sprachen ist der Gebrauch nach einem Pronomen

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