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„Sigmund usw. Lieben getreuen ! Uns ist wol indenkch das wir euch newleich verschriben haben solichen handel, der dann zwischen uns und dem herczogen von Burgundi ist, als von sulcher lannd wegen des heiligen reichs, der er sich an recht underzogen hat und die innehaldet frewenleich wider uns und das heilig reich und zu smacheit allen deutschen landen, uber solich geleich und recht enbieten, des wir uns dann ergeben hetten, und uber solich gnad, die wir im dann gern und gnedickleich beweist hetten: als wir dann das sinen reten, die zuleczst zu Baden bey uns waren, clerleich offenbarten .,

das wir demselben van Burgundi nu abgesagt und im auch unser brieft doruber, als dann gewonleich ist, zugeschikcht haben, und meinen den sachen nachzugeen als sich geburen wurdet Darumb so begeren wir von euch, ermanen euch, so wir fleissigist mogen, und gebieten euch von keiserleicher macht, ernstleich und vesticleich mit disem brieff, das ir dem egenannten von Burgundi ouch absaget und in und alle seyne undertan beschediget und angreiffet, trrung und hindernusz zuziehet, und in nachstellet nach allem ewrem vormogen

Und tuet darynn dem heiligen reich zu eren und der gerechtigkeit zu sterckung, als wir uch sunderleich wol getrawen und gen euch mit sundern genaden gutleich erkennen wollen."

Das wunderlichste Sprachgemisch findet sich hier. Nach dem ersten Eindruck glauben wir mit einem Schreiben aus einer österreichischen Kanzlei zu tun zu haben. Es sieht mehr einem Schreiben aus der österreichischen Kanzlei Friedrichs III. ahnlich als einem Schreiben aus der Kanzlei Sigmunds (indenkch, zugeschikcht, tuet, neue Diphthonge, sogar - leich als Adjektivsuffix: frewenleich, gnedickleich, clerleich, keiserleich, ernstleich, vesticleich, sunderleich, usw.). Bei naherer Betrachtung zeigen sich jedoch auch mitteldeutsche Idiome: sulch, innehaldet, sinen, mogen, vormogen, ouch, durchweg ei für den alten Diphthong statt des •österreichischen ai.

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