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vnd vns, zwüschen im und mir." Dar für wir yetz österrychisch sprechen „zwüschen din vnd min, zwüschen üwer vnd unser, zwüschen sin vnd min." Item vnd als die fürsten vnser landen biBher pflegen haben ain andern zeschryben vnd noch des|merentails tflht „üwer Heb", heben yetz etlich schriber an flemisch dar für zeschriben „üwer liebde" vnd „bequemlich" für „bekemlich vnd „de Jenen" für „die selben". Und rinisch „geet" für „gaut" vnd steet für „staut" „rachtung" für „richtung", „gescheen" für „geschechen". Und dero hunderterlay."

In der Tat kommen diese Formen in Augsburg vor. Ich traf sie schon 1418 an: vorgee, zegee (Ratsschreiben Chron V. S. 317) neben staun, gaun, stén; 1432: stet (Chron. V. S. 375). Sie können jedoch unmöglich der Kanzleisprache Friedrichs, die noch nicht existierte, entstammen. Wyle selbst fühlt sie zu seiner Zeit auch nicht als kaiserlich. Und er unterscheidet doch sehr fein. Österreichisch nennt er nur den Oenitiv nach zwischen, der wirklich im Österreichischen und dann und wann auch in der kaiserlichen Kanzlei angetroffen wird; vgl. oben S. 77. Die Formen geen, steen dagegen fühlt er als rheinische. Aus Orimms Wb. Bd. IV l,s Spalte 2376 zeigt sich, daB diese Formen in der Tat in Mitteldeutschland am Rheine vorkamen. Auch im Alemannischen, in StraBburg, begegneten sie; vgl. Behaghel Oeschichte der deutschen Sprache 1911 S. 273: Micheis Mittelhochdeutsches Elementarbuch § 226 Anm. 1. Von Bahder (Orundlagen S. 5 und S. 6) nimmt hier einen EinfluB der kaiserlichen Kanzleisprache an: „Die hier genannten unhochdeutschen Wörter finden wir oft in Schriftstücken der kaiserlichen Kanzlei." Ich erlaube mir dieses ^oft" zu bezweifeln. Nirgends habe ich „liebde" in der Kanzlei Friedrichs III. finden können, ebensowenig rachtung. Und von dieser Kanzlei muB doch zur Zeit Wyles die Rede sein. Die römische Kanzlei kennt nur rehttung (vgl. Chmel, Anhang zu den Regesten Nr. 7) und rihtung (vgl. L c. Nr. 31 und Nr. 89). Das Wort „rachtung" fand ich in StraBburg; vgl. Chron. IX 106288 „aber dar nach durch rachtung stunt er g&tlich abe {= Schlichtung durch Übereinkommen)." Die Form liebde traf ich in Süddeutschland zu dieser Zeit nur einmal in Nürnberg an (Chron. III

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