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KAPITEL VIL

Die Kanzleisprache Friedrichs III. als Sprachautoritat.

Im vorigen Kapitel habe ich an einigen sprachiichen Erscheinungen des 15. Jhts. deutlich zu machen versucht, daB die Einwirkung der Kanzleisprache Friedrichs IU. nur eine sehr geringe gewesen sein kann. Können wir nun vielleicht noch auBerhalb der Kanzleien Beweise finden, daB die kaiserliche Kanzleisprache zu dieser Zeit dennoch als mustergültig angesehen wurde?

Für derartige Beweise hatten wir erstens in dem Unterrichtsstoff der deutschen Schreib-und Leseschulen, besonders derjenigen, die angehende Kanzlisten ausbilden, zu suchen, und zweitens in den Empfehlungen deutscher Bücher durch die Drucker.

A. Der Unterrichtsstoff.

Die alteste uns bekannte Anleitung zum Lesenlernen ist der „Modus legendi" des deutschen Schulmeisters Kristofferus Hueber zu Landshut vom Jahre 1477, welche von Johannes Müller in seinen „Quellenschriften und Oeschichte des deutschsprachlichen Unterrichts bis zur Mitte des 16. Jhts." (Ootha 1882) abgedruckt wurde. Hueber gibt unter den Leseübungen eine kurze Andeutung über den Oebrauch mehrerer Konsonanten. Von einem Hinweis auf irgend eine mustergültige Sprache ist noch keine Spur zu entdecken. Doch schwebt ihm dann und wann bei den Abweichungen in der Schreibung ein bestimmtes Ideal vor, z. B. beim p.: „Item p wirt auff teutsch genomenn. für das b. von pessers und lautters thans wegen ExB pin purger. Aber nach

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