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zoglichen Kanzlei anhingen, fallt, was die Mundarten noch unterschied, fast ganz weg, Manche Schwankungen der bisherigen Schreibung in der Kaiserkanzlei werden allerdings durch die Vorliebe des südlichen Dialektes entschieden j es wird z. B. die Verhreiterung des i zu ei, des ü zu au, des & (~* iu) zu eu, die jetzt fast durchaus herrschende Form. Auch ai und au statt der bisherigen ei und ou dringen durch.

Zugleich aber, und dies ist besonders wichtig, erringt diese Schriftsprache das Ansehen einer kaiserlichen, hjöf&chen Sprache «ind hei den Schreibern im ganzen Reiche dringt eine volstandige, allseitige Kenntnis derselben durch. Wir ffcden in der »P***fW Zeit Friedrichs, soweit leh wenigstens nach meinen Quellen urtheilen kann, durchaus die geschilderte Schreibung in allen Urkunden, die unter des Kaisers Namen gehen. Schriftstücke, die z. B. Friedrich im Jahre 1475 vom Niederrhejn aus ergehen Heft, stimmen sprachlich vollkommen mit in Süddeutschland geschriebenen überein.

Qleiches gilt von den Urkunden d. d. 1488 Köln, 1486 Aachen im Frankfurter Stadtarchive.

Diese Schreibweise der Kanzlei hat nun Maximilian übernommen und seine Schreiber haben sie weiter gepflegt. Bei der groBen Ausdehnung seiner Herrschaft, bei dem Besitze piederiandri scher Provinzen muBte ihm vor Allem daran gelegen sein, eine Schriftsprache, die „beide Ober- und Niederlinder verstehen" mit allen Mitteln einzuführen. Denn ein Österreicher hatte die in niederlandischer Mundart geschriebenen Stücke einfach nicht verstanden und umgekehrt. — So wahlte er denn die in seines Vaters Kanzlei entstandene Sprache und. führte dieselbe hu Niederland ein für alle Urkunden und Schreiben, die von ihm ausgingen. Und von nun an geben alle Schfiften, ob fri Ober-, ob in Niederdeutschland entstanden, sobald sie als direkt vom Könige Und Kaiser ausgehen, den gleichen Dialekt wieder, namlich jenen oberdeutschen, dem die argsten Sonderbarkeiten des Südens abgestreift sind und der dem der Luxemburgischen Fürsten ganz natie steht

Und bei dieser Sprache ist es dann spater in der kaiserlichen

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