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Kanzleisprache unter Anlehnung an die süddeutsche Qemeinsprache, zeigen deutlich, daB er nichts andres gemeint haben kann. Die beiden Sprachen waren auch weiter zu verschieden.

Die oben gegebene Übersicht kann uns zugleicherzeit eine Anleitung für eine richtige Einschatzung des Wertes der kaiserlichen Kanzleisprache für die Entstehung einer allgemeinen Schriftsprache sein.

Viele veranderten Schreibungen und Formen des Sekretars sind f reilich Schreibungen und Formen der kaiserlichen Kanzleisprache. Sie sind aber auch Qemeingut der kaiserlichen und der meisten mittel- und süddeutschen Kanzleien. Spezielle Eigenheiten der kaiserlichen Kanzleisprache zeigen sich weder bei dem Sekretar noch bei dem Kanzier.

Wie bei diesem Sekretar, so ist es bei allen Kanzleien des südlichen und östlichen mittleren Deutschland. Das, was die kaiserliche Kanzleisprache mit ihnen im groBen und ganzen gemein hat, geht dauernd in die Schriftsprache über, die spezifisch oberdeutschen Züge übernimmt die Schriftsprache nicht. Die Kanzleisprache des Kaisers steht sogar umgekehrt stark unter dem EinfluB der nördlicheren Kanzleien. Schon im vierten Kapitel, bei der Behandlung der Kanzleisprache Friediichs III., haben wir gesehen, wie diese Sprache im Verkehr mit dem Norden, stets mehr nördliche Elemente in sich aufnimmt: vorwiegend ei für mhd. ei (spater unter Maximilian wieder mehi ai); anlautendes b, selten p ; beinahe immer k, selten kch; vorwiegend o vor Nasal; mhd. uo, üe als Monophthonge ; oft mogen statt mugen; immer sollen, nie sullen; Partizip auf -end; Suffix -lich statt -leich; haufiger zu als ze vor Infinitiv.

AH diese Elemente der kaiserlichen Kanzleisprache im Verkehr mit dem Norden sind in die Schriftsprache übergegangen, weil sie auch den nördlicheren Kanzleisprachen gelaufig waren.

Von den spezif isch südlichen Elementen ist kein einziges in die spatere Schriftsprache aufgenommen worden. Sie zeigen sich bei Friedrich besonders im Verkehr mit den österreichischen Teilen des Reiches; bei Maximilian auch haufiger mit dem Norden. Es sind:

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