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Selbstverstandlich gilt der Opt. Prat. in den Satzen, denen er als Modus Irrealis an sich schon zukommt, wo es heiBen sollte: als Ausdruck des Modus Irrealis, und § 104. 3 schlieBt mit dem Hinweis: Uber den EinfluB des Irrealis auf das Tempus (eigentlich Modus) des abhangigen Satzes s. § 148.

Der erste Punkt, der hiernachst in Betracht kommt, ist der Gebrauch der Zeitformen des Konjunktivs. Vergleichen wir das Pras. Ind. er fahrt mit dem Prat. Ind. er f uhr, so ist kein Zweifel, daB mit ersterem die Vorstellung einer gegenwartigen, mit letzterem die einer vergangenen Handlung verknüpft wird. Stellen wir jedoch die entsprechenden Zeitformen des Konj. er f ahre und er führe neben einander, so fühten wir einen solchen Unterschied nicht heraus, obgleich er in gewissen Fallen bestehen kann. In dem Satze: Ich führe lieber, wenn ein Wagen zur Stelle ware wird tatsachlich die Vorstellung einer gegenwartigen *), wenn auch nur bedingungsweise eintretend,en Handlung ausgedrückt. Das Prat. Konj. bezeichnet also im Allgemeineh das selbe Zeitverhaltnis, wie das Pras. Konj., und von den mit Hülfsverben umschriebenen Formen: er sei und er ware gefahren; er w e r d e und er würde fahren gilt ein Gleiches. DemgemaB bleibt also in dem Satze: Ob ich fahre oder gehe, ist mir sonst gleichgültig, aber diesmal fahre ich lieber trotz des Wechsels der Zeitform der Gedahke auf die Gegenwart (resp. nachste Zukunft) gerichtet.

Im Hinblick hierauf müssen wir also die heutigen acht Zeitformen in zwei Reihen von vier trennen, die sich je zwei und zwei zeitlich entsprechen:

*) Hierbei ist freilich zu berücksichtigen, daB die Grenzen von ,Gegenwart' und nachster .Zukunft' flieBend sind, zumal wo es sich um ein nur vorgestelltes Geschenen handelt. Im Gotischen wird demgemaB das griechische Futurum gewöhnlich durch die Prasensform wiedergegeben, und auch uns sind ja Satze wie: Ich komme morgen; Es geht gewifl schief u. dergl. ganz gelaufig.

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