Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

die Gewohnheit, um iiber jeden zu ihr gesprochenen Satz ein gewisses zustimmendes oder absprechendes Urteil zu fallen. Von Alters her hat man den Lehrern Einbildung zum Vorwurf gemacht und diese Untugend in ihrem ausserlichen Auftreten erkennen wollen, sogar haufig bei iibrigens sehr hervorragenden Personen, wie akademischen Professoren und vor allem auch bei protestantischen Geistlichen. Die Ursache davon ist deutlich die Gewohnheit um stets von ihrer Umgebung als der klügste und erfahrenste angesehen zu werden, und allein, ohne Widerspruch zu begegnen, seine eigne Meinung zu verkündigen. Nicht immer kommt dies bei alledem bei solchen Personen vor, auch hier ist Disposition dafür nötig; und hieraus wird dann auch das Wesen der Immunitat gegen solche Einflüsse verstandlich. Sie tritt dort auf, wo andre Eigenschaften so stark entwickelt sind, dass sie diese zurückdrangen; in diesem hier erwahnten psychischen Fall, wenn die altruistische Richtung speciell in dieser Hinsicht schon so stark entwickelt ist, dass sie diese Form des Egoismus, der Sucht alles ausschliesslich den Interessen des eignen Ich unterzuordnen, welche sich als Selbstiiberhebung gegenüber Anderen aussert, bereits überwunden hat. Auch G. Blanciiari) (Nouvelle Revue 1893) weist darauf hin, dass der Gesichtsausdruck sich modificiert je nach Gewöhnung, Kleiderdracht, gesellschaftlichem Stand, u. s. w. Es sind namlich bei dem Menschen hauptsachlich die Gesichtszüge, womit er nicht nur seine Gemütsbewegungen ausdrückt, sondern auf welchen sich, sogar ohne dass er es selbst merkt, die Thatsache, dass er über irgend etwas nachdenkt, abspiegelt; das sogenannte Gedankenlesen beruht ganzlich auf Wahrnehmungen von unwillkürlichen Bewegungen desselben Ursprungs und liefert diesbezüglich sehr überrasschende Resultate. Deshalb kann solch ein Gesichtsausdruck whol als eine Konsolidierung bestimmter Gemütseindrücke beschaut werden, als eine im Aeusseren des Individuums konstant gewordene Wiedergabe gewisser bei ihm festgewurzelter Anschauungen. Wenn jemand als Jüngling seinen Geburtsort verlassen hat und nach einem andern Platz gezogen, dort geblieben ist, dann hat er bei einer Rückkehr nach ungefahr

Sluiten