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nenne, gelehrt haben, und was sich übrigens grossenteils den von weiland Eimer ausgesprochenen Ansichten anschliest. Nach meiner Meinung schreitet die evolutionelle Veranderung noch stets ganzlich wie früher fort, das heisst immer unterbrochen von Abschnitten eines zeitweiligen Stillstandes, und im übrigen in der Regel allmahlich verlaufend, wobei aber bisweilen auch eine gewisse Beschleunigung stattfindet, dieselbe welche, wie oben bereits gesagt wurde, früher auch schon von genanntem Gelehrten erkannt wurde und auch scheinbar als sprungweise vor sich gehen kann. Dies alles geschieht jedoch durchaus nicht für alle Lebewesen gleichzeitig, sondern in der grösstmöglichen Ungleichheit, sodass nicht allein grosse Gruppen, ganze Ordnungen, sondern auch die Arten einer gleichen Gruppe und sogar die Rassen einer Art, die Individuen und bei diesen die Geschlechter in dieser Hinsicht unter einander verschieden sind, und daraus das Nebeneinanderbestehen von Geschöpfen in allerlei verschiedenen Entwickelungsstadien sich ergeben hat. Wie ich mir nun in diesem allgemeinen Zustand die Entstehung von Arten vorstelle möge man aus dem Folgenden ersehen.

Jeder Organismus, auch aus der einfachsten Weise der Fortpflanzung, bloss aus einer Cellenteilung hervorgekommen, muss, wie wenig auch, unterschieden sein von demjenigen aus dem es entstanden ist, wie auch von den Organismen, die spater aus ihm ihren Ursprung nehmen werden. Dies kann nicht anders sein, weil es nicht unter denselben Umstanden besteht, die Nahrung z.B. und damit auch der Stoffwechsel bei allen nicht vollkommen dieselbe ist. Bedeutender sollen nun aber auch diese Unterschiede werden, je nachdem ein Organismus mehr zusammengesetzt wird; wo sich darin spezialisierte Cellen und so auch ein gewisses selbstandiges Leben fiihrende Organismuseinheiten bilden, werden dieselben natürlich in Bedeutung zunehmen. Aber besonders muss dies stattfinden wo schon eine Trennung zwischen den Geschlechtern aufgetreten ist, und so die Substanz jedes Individuums aus zwei selbst schon von einander verschiedenen Geschöpfen hervorkommt, wohl zu einem vereinigt, aber keineswegs

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